Die Kleinstaaterei im Drömling scheint endlich ein Ende zu haben. Nach einigen vergeblichen Anläufen wollen nun vier Städte und Gemeinden an einem Strang ziehen. Mit vereinten Kräften soll vor allem der Tourismus angekurbelt werden.

Oebisfelde l So etwas wie Aufbruchstimmung herrschte in der Oebisfelder Burg, wo die Auftaktveranstaltung für das Tourismus- und Vermarktungskonzept des Drömlings über die Bühne ging. Grund: Alle Vertreter der beteiligten Städte und Gemeinden, die Städte Klötze, Gardelegen und Oebisfelde-Weferlingen sowie die Gemeinde Calvörde, sind sich einig, dass der Drömling nur aus seinem touristischen Schlaf geweckt werden kann, wenn an einem Strang gezogen wird.

Für das Fachliche holten sich die "Drömlinger" allerdings Profis ins Boot - Sonja Licht, die selbst aus dem Drömling stammt, und Mathias Behrens-Egge von der Firma BTE aus Hannover. Mit im Boot sitzen natürlich auch die Naturparkverwaltung sowie die Lokale Aktionsgruppe (LAG) "Rund um den Drömling". Licht und Behrens-Egge führten den zahlreichen Gästen vor Augen, woran es bisher im Drömling in puncto Tourismus gehapert habe - unter anderem die Zersplitterung. Jeder habe über die Jahre sein eigenes Süppchen gekocht. Sei es beim Drucken von Infoblättern oder im ganz wichtigen Internet. So herrsche auch im World Wide Web die Zersplitterung. Licht ist im Internet auf Drömlingssuche gegangen und konnte nichts Erfreuliches berichten: "Die Seiten sind oft alt und nicht gepflegt. Die Infoblätter wirken dagegen sehr improvisiert. Der Fremde muss sich seinen Aufenthalt im Drömling hart erarbeiten. Das sollten wir gemeinsam ändern." Potenzial für einen touristischen Aufschwung ist jedenfalls vorhanden. Das Radfahren in der wunderschönen Landschaft ist sicherlich ein Schwerpunkt. Der muss, auch mit Blick auf die Radwege, ausgebaut werden. Andere, zu verbessernde Standbeine sind das Reiten, Ausfahrten mit dem Kremser oder die Übernachtungsmöglichkeiten. Zu verbessern ist auch das kulinarische Angebot, beispielsweise mit drömlingstypischen Produkten der Landwirtschaft. "Das Gerüst steht. Jetzt gilt es, das Fleisch dafür zu finden. Lasst uns bitte gemeinsam neue Ideen entwickeln und nicht zurückschauen. Jetzt ist das Volk gefragt", sagte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs.

Das Volk reagierte mit einer fruchtbaren Diskussion. Zahlreiche Vorschläge konnte das BTE-Duo vermerken. Und, was besonders erfreulich war, viele Gäste signalisierten nach Ende des Auftakttreffens Bereitschaft, in verschiedenen Arbeitsgruppen mitzuarbeiten.

Erste Resultate des bis Herbst 2015 laufenden Projektes sollen am 27. Januar 2015 beim Treffen im Kunrauer Schloss auf den Tisch kommen.