Mit der Bergung des gesunkenen Frachters "Rothensee" soll am Mittwoch begonnen werden. Ein Schwimmkran ist derzeit von den Niederlanden über Hamburg unterwegs zur Unglücksstelle nach Bergfriede. Am heutigen Dienstag soll der Kran ankommen, schätzen die Experten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen.

Bergfriede l Noch liegt die "Rothensee" gut vier Meter tief quer in der Fahrtrinne im Mittellandkanal. Doch geht es nach den Experten vom Wasserstraßenamt, dann soll das 67 Meter lange und gut 800 Tonnen schwere Güterschiff am Mittwoch gehoben werden. Der dafür notwendige Schwimmkran aus den Niederlanden ist bereits auf dem Weg und wird am heutigen Dienstag vor Ort erwartet, sagte Kai Römer, Sachgebietsleiter im Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen, auf Nachfrage.

Mit insgesamt drei Transporten wird die notwendige Technik vor Ort gebracht. Ein erster Transport erreichte über den Landweg am Wochenende Bergfriede, am Montagabend wurde auf dem Wasserweg ein zusätzlicher Ponton erwartet. Der Schwimmkran selbst musste von den Niederlanden aus auf den Weg gebracht werden. Zunächst ging es nach Hamburg, wo der Transport so umgebaut werden musste, dass er auch später den Mittellandkanal befahren kann. Über die Elbe und Seitenkanäle ist er auf dem Weg und wird im Laufe des heutigen Tages erwartet. "Mit der Bergung werden wir am Mittwoch wohl beginnen können", schätzte Kai Römer ein. Dass die notwendige Technik so schnell vor Ort gebracht werden konnte, sei schon ein Glücksfall, meinte der Experte. Nun heißt es abwarten und hoffen, dass die "Rothensee" wieder schwimmfähig gemacht werden kann. Sie ist durch den Zusammenstoß mit einem anderen Güterschiff zwar nicht in der Mitte zerbrochen, aber eingeknickt. Das haben Untersuchungen mit Tauchern ergeben. Dennoch besteht die Gefahr, dass das Schiff beim Heben auseinanderbricht.

Sollte die "Rothensee" wieder schwimmfähig gemacht werden können, so wird sie ihren letzten Weg in einen sicheren Hafen antreten. Das Schiff ist nicht mehr zu retten und muss abgewrackt werden, so Kai Römer.

Voraussichtlich bis Ende der Woche muss der Mittellandkanal noch gesperrt bleiben. Derzeit müssen andere Schiffe einen Umweg von mehr als 400 Kilometern in Kauf nehmen.

Unterdessen hat sich die Unglücksstelle zu einem Mag- neten für Schaulustige entwickelt, die unter anderem das verlängerte Wochenende zu einem "Ausflug" zur "Rothensee" nutzten. Damit die Bergungsarbeiten nicht behindert werden, ist am Montag die Absperrung erweitert worden. Probleme mit Neugierigen habe es aber bislang nicht gegeben.

 

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