Nach dem Zusammenstoß zweier Güterschiffe auf dem Mittellandkanal hat die Bergung des gesunkenen Schiffes begonnen. Seit Dienstagmorgen sind Experten des holländischen Spezialunternehmens "Wagenborg" vor Ort. Mit einem Schlauchboot umkreisten sie zunächst das Wrack und brachten Seile, Markierungen und Abgrenzungen an. Später wurden Stahlseile unter dem Schiff hindurchgezogen. Bereits Montagnacht hatte ein Schubschiff der Firma einen Bergungsponton an die Unglücksstelle gebracht. Dieser ist mit dicken Stahlseilen, großen Ankern und weiterer Ausrüstung beladen. Spezialpumpen stehen bereit. Am Dienstagnachmittag traf dann der Schwimmkran ein. Dieser kam über die Elbe bei Magdeburg zum Mittellandkanal, so ein Mitarbeiter des Bergungsteams. Die gesunkene "Rothensee" liegt etwa vier Meter unter Wasser. Um sie zu bergen, muss das Wrack angehoben und abgedichtet werden, so dass es ausgepumpt werden könne. Wenn das Wasser dann raus ist, sieht man, ob das Schiff schwimmfähig ist. Wenn nicht, muss das Wrack an Ort und Stelle zerlegt und abtransportiert werden. Wie es um den Frachter bestellt ist, wird sich im Laufe der weiteren Bergungsarbeiten, die am heutigen Mittwoch weiterlaufen, zeigen.

Unterdessen hat die Wasserschutzpolizei mitgeteilt, dass gegen den Kapitän des anderen an der Kollision beteiligten Güterschiffes, der "Andromeda", ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr eingeleitet worden ist. Es gebe zumindest Anhaltspunkte, dass er nicht alles unternommen habe, um sein Schiff rechtzeitig zum Stehen zu bringen.

Als eine Ursache für den Unfall gilt ein Defekt der "Rothensee", ihr Anlegemanöver vergangene Woche Dienstag schlug fehl, sie trieb quer zur Fahrtrinne zurück auf den Mittellandkanal. Was es aber im Detail war, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Fotos: Matthias Strauß/Text: Ivar Lüthe

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