Mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro zählt das Wobau-Projekt an der Gräwigstraße zu den größten Baustellen in Haldensleben. Bis Weihnachten soll der Rohbau im ersten Abschnitt fertig sein.

Althaldensleben l Wo im Sommer noch eine Wiese war, ragen jetzt die Anfänge eines riesigen Gebäudekomplexes empor. Insgesamt 31 Wohnungen will die Wohnungsbaugesellschaft Haldensleben (Wobau) an der Gräwigstraße in Althaldensleben errichten. 15 davon im ersten, 16 im zweiten Bauabschnitt.

Die Grundsteinlegung erfolgte bereits am 5. Juni (Volksstimme berichtete). Mittlerweile hat das Projekt Konturen angenommen. Zunächst wurde das Areal ausgemessen, dann folgte das Ausheben der beiden Baugruben. "Im ersten Bauabschnitt steht jetzt bereits das Erdgeschoss inklusive Decke", erklärt Bauleiter Heino Mewes, der zugleich Leiter der Abteilung Technik bei der Wobau ist. Bis Weihnachten soll in diesem Abschnitt der komplette Rohbau mit allen drei Geschossen stehen. "Demnächst werden die ersten Fenster eingesetzt. Der Innenausbau beginnt noch diesen Monat."

Der Rohbau des zweiten Bauabschnitts wird voraussichtlich erst im Januar fertig. "Wir liegen derzeit etwa drei Wochen hinter dem Zeitplan, weil sich anfangs erst alles einspielen musste", sagt Heino Mewes. "Aber wenn halbwegs warmes Wetter ist, können wir im Winter weiterbauen."

Das gilt zumindest solange, bis beide Rohbauten stehen und dicht sind. Dann wird eine Heizung eingebaut, die in beiden Gebäuden für die nötige Temperatur sorgt. Denn bei unter fünf Grad Celsius können zum Beispiel keine Elektroleitungen verlegt werden. Bis zum 5. Dezember bleibt die Gräwigstraße halbseitig gesperrt. Dort verlegen die Stadtwerke derzeit Anschlüsse für Schmutz- und Regenwasser. Eine Webcam informiert Neugierige fortlaufend über den aktuellen Baufortschritt. Jeden Morgen und Nachmittag schießt sie ein Bild. Zu sehen ist es auf www.wobau-hdl.de.

Im nächsten Jahr nehmen die Arbeiter dann das Außengelände in Angriff. Anfang des dritten Quartals sollen die Gebäude bezugsfertig sein. Im Erdgeschoss befinden sich barrierefreie Wohnungen, im Obergeschoss reguläre sowie Maisonette-Wohnungen. Letztere gehen über zwei Etagen. Zum zweiten Bauabschnitt gehören auch zwei Einfamilienhäuser.

Ursprünglich hatte die Wobau für ihr Projekt Kosten von 4,95 Millionen Euro eingeplant. Jetzt werden es voraussichtlich 100 000 Euro mehr. Einer der Gründe: Die Wohnungen werden für eine Automatisierung vorbereitet. Das heißt konkret: Auf Wunsch können die Bewohner verschiedene Funktionen, wie zum Beispiel das Licht, per Tablet-Computer steuern. "Jeder Mieter kann selbst entscheiden, ob er das nutzen möchte oder nicht", betont Heino Mewes. Auf jeden Fall bekomme jeder Bewohner zum Einzug ein Tablet, auf dem die benötigte Software vorprogrammiert sei. Die Wobau selbst hat aus Datenschutzgründen keinen Überblick, wer wann welche Funktionen nutzt. In der ursprünglichen Planung war die Automatisierung nicht vorgesehen. "Aber der Kostenzuwachs beträgt nur etwa zwei Prozent der Gesamtsumme", macht Heino Mewes den Rahmen deutlich. Allerdings befinde sich die Wobau weiterhin in der Ausschreibungsphase. Daher könne es noch zu weiteren Abweichungen vom Kostenplan kommen - sowohl nach oben als auch nach unten.

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