Besucherrekord bei "Tee und Tratsch": 50 Frauen und Männer verfolgten am Freitagabend, was der Leipziger Autor las oder erzählte. Frank Kreisler stellte die Anthologie "Giftmorde" vor und hatte viele Fragen zu beantworten.

Weferlingen (aro) l Der große Ausstellungsraum im Heimat- und Apothekenmuseum platzte aus allen Nähten. Die Mitglieder des Bürgervereins, die das Museum ehrenamtlich betreuen, mussten noch Stühle nachholen. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Bibliothekarin Heine Bernstorff hatte den Schriftsteller Frank Kreisler eingeladen. Am Vormittag hatte Kreisler, der auch Kinderbücher schreibt, schon für eine Klasse aus dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium gelesen und viele Fragen beantwortet, am Abend ging es in die zweite Runde.

"Giftmorde - 15 tödliche Anleitungen" heißt die Anthologie, die der Schriftsteller aus Leipzig vorstellte. Der fhl Verlag Leipzig hatte sich an mehrere Autoren gewandt und gefragt, ob sie einen Kurzkrimi für eine Sammlung schreiben würden, erzählte Kreisler und hielt das gedruckte Ergebnis hoch. Um Pflanzengifte geht es in diesem Band. Frank Kreisler hatte seinen Krimi "Bumerang" genannt und sich der Engelstrompete gewidmet.

Gespannt verfolgten die Gäste seine kurzweilig vorgetragene Geschichte. Eine Frau versucht gemeinsam mit ihrem Freund ihren Ehemann mit einem Sud aus der giftigen Engelstrompete aus dem eigenen Garten umzubringen. Das allerdings verkehrt sich auf nicht erwartete Weise ins Gegenteil. Und der Schriftsteller las auch gleich noch den Anfang aus einem weiteren Kurzkrimi, der für eine zweite Anthologie entstanden ist.

Ist das nicht eine Anleitung zum Handeln? So fragten einige Zuhörer. Er habe nichts geschrieben, was nicht öffentlich zugänglich im Internet nachzulesen sei, antwortete Kreisler und verwies auf die ernsthafte Warnung auf der Rückseite des Buches und auf dieses: "Sollten Sie dennoch auf den Geschmack gekommen sein, lesen Sie unbedingt vor jedem Giftmord die tödlichen Anleitungen und fragen Sie Ihren Anwalt oder Bestatter."

 

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