Emsige Betriebsamkeit hat am Wochenende am Beberdüker nahe Haldensleben geherrscht. Ein Kran hob die behelfsmäßige Bahnbrücke heraus. Bis Ende des Monats soll das 6,3 Millionen Euro teure Bauwerk fertig sein.

Wedringen l Auftakt der Arbeiten war am Sonnabend um 22.30 Uhr. Damit einher ging eine 15-stündige Sperrung der Bahnstrecke zwischen Haldensleben und Groß Ammensleben. Die Deutsche Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein.

Der Düker ist eine Art Unterführung, die die Beber unter dem Mittellandkanal hindurch leitet. Das neue Bauwerk wird für die Erweiterung des Kanals benötigt. Denn der benachbarte alte Düker ist angesichts der neuen Breite des Mittellandkanals zu kurz. Außerdem liegt er nicht tief genug.

Um den Neubau in Angriff nehmen zu können, hatten Arbeiter bereits im März eine Behelfsbrücke errichtet. Auf ihr lief der Bahnverkehr über die Baugrube hinweg. Doch jetzt ist der neue Düker beinahe fertig. "Die Inbetriebnahme ist für Ende November vorgesehen", erklärt Thomas Hollstein vom zuständigen Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt. "Ein- und Auslaufbauwerk sowie das Überleitungsbauwerk unter den Bahngleisen sind fertiggestellt." Auf diesem Überleitungsbauwerk haben die Arbeiter am Wochenende einen neuen Eisenbahndamm angelegt und die entsprechenden Gleise verlegt. Um 13.30 Uhr am Sonntag wurde die Bahn- strecke wieder freigegeben.

In den letzten Wochen wurde am Einlaufbauwerk, durch das die Beber in den Düker einströmt, bereits eine voll- automatische Rechenreinigungsanlage errichtet. Sie soll "ein Zusetzen des Einlaufrechens durch Treibgut und damit einen unkontrollierten Aufstau der Beber verhindern", wie Thomas Hollstein erläutert. Insgesamt liegen die Kosten für den neuen Düker bei rund 6,3 Millionen Euro. "Die alten Dükerbauwerke werden mit dem nachfolgenden Streckenausbau des Mittellandkanals abgerissen", so der Diplom-Ingenieur. Dieser soll im Frühjahr 2015 beginnen und etwa zwei Jahre dauern. "In diesem Zuge werden unter anderem auch noch mäandrierende Arme der Beber mit geringer Strömungsgeschwindigkeit angelegt, um den Bereich um den Düker herum naturnah zu gestalten", so Thomas Hollstein.

Im Stadtgebiet laufe der Ausbau des Mittellandkanals derzeit planmäßig. Die Havarie des Frachters "Rothensee" in der Nähe von Oebisfelde habe für die Baustelle nur "geringfügige Auswirkungen gehabt, da einige Baustofflieferungen den weiteren Weg über die Elbe nehmen mussten".

Das Güterschiff war nach einem missglückten Anlegemanöver quer auf den Kanal getrieben. Dort stieß es mit einem weiteren Frachter zusammen und sank (Volksstimme berichtete). Dadurch wurde die gesamte Schifffahrt auf dem Mittellandkanal mehrere Tage lang behindert.

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