Großartige Bilanz für das Haldensleber Gymnasium: Mit Luise Kohlhaupt und Robin Schmidt haben gleich zwei Schüler bei dem Projekt "Steps to work" erste Plätze belegt.

Haldensleben l "Unsere Schule war zum dritten Mal mit dabei, und jedes Mal haben wir einen ersten Platz belegt", sagt Anke Frohn nicht ohne stolz. Als Lehrerin unterrichtet sie Mathe und Physik am Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium. Darüber hinaus kümmert sie sich um die Berufsorientierung. "Wir sind stolz auf die herausragende Leistung unserer Schüler, die mit sehr viel Fleiß und außerschulischem Engagement die Bearbeitung betrieblicher Themen übernommen haben und wertvolle Einblicke in Unternehmen, Berufsfelder und wissenschaftliche Arbeitsfelder erhalten haben."

"Steps to work" ist ein Projekt des Institutes für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW). Unterstützt wird es durch Mittel des Landes Sachsen-Anhalt und des Europäischen Sozialfonds. Im Mittelpunkt steht die Berufs- und Studienorientierung von Gymnasiasten - und zwar auf praxisnahe Art. "Es gibt mehrere `Steps`", erklärt Anke Frohn. "Am ersten nehmen bei uns alle Zehntklässler teil." Dabei würden sich unter anderem Betriebe in der Schule vorstellen. Darüber hinaus können Schüler einen Betrieb auch selbst besichtigen. "In Jahrgang elf werden dann die Projektarbeiten vorgestellt und die Schüler können sich eine aussuchen", so die Lehrerin. In diesem Jahr hätten vom Gymnasium nur Luise Kohlhaupt und Robin Schmidt beim zweiten "Step" mitgemacht - und prompt gewonnen. Darüber hinaus nahmen auch Schüler aus Barleben, Schönebeck, Burg, Aschersleben und Magdeburg an dem Wettbewerb teil

Die Preisträger hat am Ende eine Jury bestimmt, die sich aus Vertretern des Ministeriums für Soziales und Arbeit, der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts, der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zusammensetzte.

Dabei belegte Luise Kohlhaupt den ersten Platz in der Kategorie "Energie". In ihrer Arbeit "Energieversorgung im Wandel" für die Avacon AG beschreibt sie Probleme und technische Lösungsmöglichkeiten, die für Stromnetze durch die dezentrale Einspeisung von Energie eine Rolle spielen. In der Kategorie "MINT" (Mathematik-Ingenieurwissenschaften-Naturwissenschaften-Technik) belegte Robin Schmidt den ersten Platz. Die offizielle Präsentation und Prämierung der Arbeiten fand in der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg statt.

Der Titel von Robin Schmidts Arbeit lautet "Die Herstellung und Prüfung von Probekörpern aus Faserverbundwerkstoffen". "Solche Faserverbundwerkstoffe werden unter anderem in Autos verbaut", beschreibt der Gymnasiast. "Bei den Probekörpern werden neue Mischungen ausprobiert, um ihre Eigenschaften zu testen."

Robin Schmidt hat seine Arbeit für die IFC-Composite GmbH aus Haldensleben geschrieben. Er könnte sich durchaus vorstellen, später etwas Ähnliches zu machen. "Ich würde schon gern in Richtung Maschinenbau gehen", so Robin Schmidt. Das sieht Luise Kohlhaupt anders. "Für mich war `Steps to work` eben ein Projekt. Ich möchte Lehrerin werden." Trotzdem habe ihr die Teilnahme viel gebracht. Vor allem habe sie dabei Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben gesammelt. "Außerdem hat man jetzt ein gewisses Training im Halten von Vorträgen hinter sich", ergänzt Robin Schmidt.

Besonders gut hat beiden die Praxisnähe des Projekts gefallen. "Alles, worüber man geschrieben hat, hat man auch praktisch gemacht", erläutert Robin Schmidt. "Man musste sich an Fristen halten und durfte keine Lücken bei der Arbeit entstehen lassen", so Luise Kohlhaupt. Trotzdem sei die Arbeit flexibel gewesen: "Einige Punkte waren vorgegeben. Aber es gab viele Freiräume für die konkrete Ausgestaltung. Seitens der Unternehmen haben wir viel Unterstützung erfahren."

Insgesamt habe das Projekt viel Arbeit bedeutet - auch in den Sommerferien. Trotzdem würden beide anderen Schülern empfehlen, ebenfalls bei "Steps to work" mitzumachen. "So etwas lernt man sonst nicht in der Schule", hebt Luise Kohlhaupt hervor. "Wenn einen das Thema interessiert, sollte man das auf jeden Fall machen. Man hat nur Vorteile davon", sagt Robin Schmidt.