Die Stadtverwaltung will die Lindenallee am Pfändegraben neugestalten. Zwölf alte Bäume im hinteren Abschnitt sollen dafür ersetzt werden. Erste Details wurden auf der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses vorgestellt.

Haldensleben l "Es wird höchste Zeit, den zweiten Teil der Allee in Angriff zu nehmen, damit sich ein einheitlicher Eindruck ergibt", erklärte Christina Wiegmann, Sachgebietsleiterin Grünanlagen/Baumkon- trolle. Sie stellte den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Forsten und Abwasserangelegenheiten erste Pläne für die Umgestaltung des Pfändegrabens vor.

Hintergrund: Die Bäume im vorderen Teil der Allee hat die Stadt bereits 2005 ersetzt. Der Zustand der Allee sei zu diesem Zeitpunkt "nicht mehr haltbar gewesen". "Die Linden waren zu unkalkulierbaren Gefahrenbäumen geworden. Besonders im ersten Abschnitt von der Bülstringer Straße aus waren viele Linden stark abbauend, regelmäßig musste das Totholz herausgenommen werden", rief Christina Wiegmann in Erinnerung. Vor allem Bauarbeiten im Wurzelbereich hätten den Bäumen die Vitalität genommen.

Einzelne Neupflanzungen hätten nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, "weil gerade in der zweireihigen Allee die Jungbäume keine guten Voraussetzungen hatten durch starke Verdunkelung durch die Nachbarbäume." Bei der anschließenden Umgestaltung des ersten Abschnitts habe man für die Neupflanzung Bäume mit "wesentlich größerer Qualität" und verhältnismäßig großem Stammumfang gewählt. "Wenn es 2015 mit dem zweiten Abschnitt losgeht, liegen rund zehn Jahre zwischen den Neupflanzungen", so Christina Wiegmann. "Soll der zweite Abschnitt optisch zum ersten dazugehörig sein, so wird es jetzt höchste Zeit, diese Aktion anzugehen".

Doch bei der Fällung der noch vorhandenen zwölf alten Bäume, die in einer Reihe stehen, geht es nicht nur um Ästhetik: "Ein Baum dieser Reihe ist bereits umgekippt. Das könnte sich wiederholen", betonte Christina Wiegmann. Zumindest der zweite Baum des Abschnitts müsse wegen drohender Gefahr in diesem Winter ohnehin gefällt werden. Die drei Linden im Kreuzungsbereich Birkenweg sollen jedoch erhalten werden.

Die Kosten für die Neugestaltung bezifferte die Sachgebietsleiterin mit rund 25 000 Euro. Dabei sollen den ersten Plänen nach insgesamt 16 Linden neu gepflanzt werden.

Diskussionsbedarf gab es allerdings bei der Frage, ob die Bäume nur auf einer Seite des Wegs gepflanzt werden sollen - oder auf beiden, um den Allee-charakter zu stärken. "Dafür müsste man den Pfändegraben aber von den vorhandenen Gebäuden wegverschwenken", merkte Dezernent Henning Konrad Otto an. "Dann würden wir über ganz andere Kosten reden. Wir würden das nicht empfehlen."

"Damals war eines Ihrer Argumente für die Fällung, dass wir keinen Alleecharakter mehr haben, weil die Bäume nur auf einer Seite wachsen", erinnerte Klaus Czernitzki (Linke) an den ersten Abschnitt. "Warum sollten wir dem nicht folgen und weitermachen, wie wir angefangen haben?" "Wir haben viele Stellen, an denen wir Bäume mit einem Riesenaufwand pflegen und sie trotzdem eingehen", hielt Henning Konrad Otto dagegen. Durch die engen Pflanzbereiche könne das auf der Südseite des Pfändegrabens auch geschehen. In jedem Fall sprach er sich dafür aus, die Umgestaltung 2015 anzugehen. "Wir könnten dafür eine Förderung durch die Stadtsanierung erhalten, die wir aber nur noch maximal zwei Jahre durchführen. Daher wäre es sinnvoll, das jetzt zu machen." Eine Empfehlung haben die Ausschussmitglieder bei ihrer Sitzung jedoch noch nicht gegeben.