Hannes Armin Hoffmeister, Jule Walter und Paula Nicole Kudwin haben den 20. Vorlesewettbewerb in Ostfälischem Platt in der Kulturfabrik gewonnen. Sie werden am 2. Dezember zum Landesausscheid nach Magdeburg fahren.

Haldensleben l "Dat makt mick janz krillich". Wer mit diesem Satz auf Anhieb etwas anfangen kann, der war am Mittwochnachmittag in der Kulturfabrik genau richtig. Die Arbeitsstelle Niederdeutsch der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg rief gemeinsam mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt zum Vorlesewettbewerb in Ostfälischem Plattdeutsch auf.

Der Wettbewerb "Schülerinnen und Schüler lesen Platt" feiert in diesem Jahr Jubiläum. Bereits zum 20. Mal waren Kinder der dritten bis neunten Klasse dazu eingeladen, ihre Sprachkünste zu demonstrieren. In der Kulturfabrik Haldensleben fand nun der Ausscheid für die Region Börde statt, für den sich die Kinder bereits in Schulausscheiden qualifizierten. Eingeteilt in die Klassenstufen 3./4. Klasse, 5./6. Klasse und 7. - 9. Klasse, traten die Kinder mit selbst ausgewählten Texten gegeneinander an. Hierzu konnten sie aus dem extra dafür herausgegebenen Heft wählen oder auch andere Texte, beispielsweise von Großeltern, vortragen.

"Als wir 1995 anfingen, ging es uns vor allem darum, das in Vergessenheit geratene Plattdeutsch wiederzubeleben. Viele Menschen legen noch immer Wert auf diese schöne Sprache, die der jungen Generation kaum noch bekannt ist", erklärt Dr. Ursula Föllner von der Arbeitsstelle Niederdeutsch, die nicht nur in der Jury saß, sondern auch für die Moderation der Veranstaltung zuständig war.

Als es dann ans Lesen ging, stieg das Lampenfieber, auch wenn die Kinder dies erstaunlich gut im Griff hatten. Sie empfingen die Zuschauer mit einer selbstgewählten Begrüßung, die immer "Min Name is" enthielt. Allein am Lesetisch auf der Bühne sitzend, trugen sie die Texte, die in etwa eine DINA4-Seite umfassten, einem ruhigen, lauschenden Publikum vor. Lediglich beim anschließenden Applaus machte sich der gut gefüllte Raum des Alsteinklubs bemerkbar. Eltern, Geschwister, Großeltern und Mitkandidaten sparten nicht mit Anerkennung für die Leseleistungen.

Gewinner fahren zum Landesausscheid

Die Texte waren nicht nur kindgerecht, sondern auch aktuell. Vermutet man als Außenstehender hinter plattdeutschen Texten eher Werke, die bereits Staub angesetzt haben, kamen in einigen Geschichten sogar moderne Gegenstände wie iPods oder Smartphones vor. Von realistisch bis fantastisch war alles dabei.

Neben Ursula Föllner saßen Hermann Orlamünde und Herta Tope, die beide auch Texte zum Vorlesen verfassten, Katrin Schöpe von der Otto-von-Guericke-Universtiät Magdeburg und die Lehrerin Karin Trog in der Jury. Bewertet wurden Ausdruck, Lautstärke, Redepausen, das Anheben und Senken der Stimme, wie auch das Verständnis des Gelesenen. "Natürlich legen wir Wert auf die korrekte plattdeutsche Intonation", berichtet Föllner. "Unser Ziel ist es, Plattdeutsch wieder in die Gedanken der Kinder und der Öffentlichkeit zu bringen. Durch diesen Wettbewerb kann man sozusagen Generationen verbinden. Ein besonderer Dank gilt natürlich allen, die die Kinder vorbereitet haben", so Föllner weiter.

Die Plätze eins bis drei der Regional- und Landesausscheide werden mit Geldpreisen belohnt. Zudem gibt es die Möglichkeit, Sachpreise zu gewinnen. Die Finanzierung wird hierbei von der Sparkasse übernommen.

Die Regionalsieger aus den Kreisen Börde, Harz und Altmark werden am 2. Dezember beim Landesausscheid in der Hauptverwaltung der Stadtsparkasse in Magdeburg gegeneinander antreten. Hier werden die Schülerinnen und Schüler erneut mit ihren ausgewählten Texten antreten. Und sie müssen ein ihnen unbekanntes Gedicht vortragen.

In den Ausscheid gehen Hannes Armin Hoffmeister (3./4. Klasse), Jule Walter (5./6. Klasse) und Paula Nicole Kudwin (7. - 9. Klasse), die die Experten in der Jury letztlich am meisten überzeugten.