Nach 21 Jahren als Wehrleiter geht für Dietmar Bernsdorf eine Ära zu Ende. Er hatte das Ehrenamt in der Walbecker Feuerwehrgeschichte am längsten innegehabt. Mit Michael Jahn übernimmt der bisher Jüngste den Wehrleiterposten.

Walbeck l Zum letzten Mal trug Wehrleiter Dietmar Bernsdorf seinen Rechenschaftsbericht vor. Nach 21 Dienstjahren als ehrenamtlicher Wehrleiter hat er ein paar Monate vor seiner regulären altersbedingten "Pensionierung" im Ehrenamt das Zepter einem jüngeren überlassen. Mit dieser langen Dienstzeit stand Dietmar Bernsdorf von allen bisherigen Walbecker Chefs am längsten an der Spitze der freiwilligen Feuerwehr.

"Es gab nie ein böses Wort zwischen uns, unsere Zusammenarbeit war stets geprägt von einem kameradschaftlichen und fairen Umgang miteinander", würdigte Abschnittsleiter Andreas Sulfrian vom Landkreis den scheidenden Wehrleiter. Er hatte eine Urkunde mitgebracht. Von Ortsbürgermeister Martin Herrmann gab es zum Abschied eine Luftaufnahme von Walbeck.

Michael Jahn wurde in der Einheitsgemeinde bereits zum Ehrenbeamten auf Zeit berufen, nun hat er noch einmal offiziell den Staffelstab übergeben bekommen, und das als jüngster Wehrleiter, den es bisher in Walbeck gegeben hat.

Acht Einsätze hatten die Kameraden im zurückliegenden Jahr zu bewältigen. Darunter befanden sich ein Fehlalarm in den Quarzwerken und zwei Hilfeleistungen bei Bränden in Weferlingen.

Den wohl kürzesten Ausrückeweg ihrer Geschichte hatten die Brandschützer in der Neujahrsnacht, als auf ihrem eigenen Dach ein Schmorbrand schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Nach einem Blitzeinschlag im Juli rückte die Wehr in die Dammstraße aus. Außerdem gab es einen Verkehrsunfall in Walbeck, bei dem die Feuerwehr helfen musste sowie zwei Bäume, die über die Straße beziehungsweise den Aller-Radweg gestürzt waren, beräumt werden. Allerdings: "Der Baum am Drachenberg war so groß, dass wir ihn gar nicht finden konnten", erinnerte sich Dietmar Bernsdorf schmunzelnd an den Einsatz. Dabei handelte es sich lediglich um die Miniaturausgabe eines Astes, die jeder mal eben ohne Feuerwehreinsatz von der Straße geschubst hätte.

Neben den Hilfeleistungen für Mensch, Tier und Gegenstände sind die Walbecker Feuerwehrleute eine wichtige kulturelle Säule im Ort.

Das Osterfeuer und der Maibaum liegen ebenso regelmäßig in ihrer Regie wie der inzwischen schon traditionelle gesellige Weinabend. Beim Tag der offenen Tür freuen sich die Kameraden immer über Gäste und Besucher, die die Arbeit der Feuerwehr kennen lernen möchten.

Zur Unterstützung "rücken" sie auch schon mal aus, wenn Kindergarten, Turmfalken oder die Volkssolidarität um Hilfe bitten.

Vor einem geselligen Kameradschaftsabend konnten noch verschiedene Ehrungen und Beförderungen vorgenommen werden.

Jörg Leipold und Frank Labude wurden für 30-jährige, Michael Jahn für seine zehnjährige Mitgliedschaft in den Reihen der Feuerwehr geehrt. Michael Jahn konnte gleichzeitig zum Brandmeister befördert werden.

Seine Urkunde zum Maschinisten erhielt Tobias Brandt, der gleichzeitig zum Oberfeuerwehrmann befördert werden konnte.

Für einen spontanen Applaus sorgte ein Mitarbeiter der Firma immuG, der den Kameraden zur Jahreshauptversammlung einen ganz besonderen Dank für ihre Arbeit überbrachte. Er hatte nämlich eine nagelneue Videoleinwand mitgebracht, die beispielsweise gut zu Ausbildungszwecken genutzt werden kann.