Colbitz (il) l Weil auch nach der Fertigstellung des neuen A14-Abschnitts bei Colbitz viele Lkw durch die Heidegemeinde fahren und so die Maut auf der Autobahn umgehen, fordern Sachsen-Anhalts Grüne ein Durchfahrtsverbot für Lkw durch Colbitz. Das Landesverkehrsministerium solle dies unverzüglich umsetzen, um die Colbitzer vom Transitverkehr zu entlasten, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Dietmar Weihrich. Das Verkehrsministerium hatte dies bislang abgelehnt, da es noch keine "belastbaren Zahlen" gebe. Diese würden im ersten Quartal erst vorliegen, hieß es.

Der Vorschlag der Grünen stößt bei der CDU auf harsche Kritik. Der CDU-Europaabgeordnete für Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, bezeichnete die Grünen als Verhinderer und Blockierer im Land. Die Wirtschaft brauche endlich diese wichtige Autobahn. Es sei ein politischer Tiefpunkt, wenn sich ausgerechnet jene, die seit Jahren den Weiterbau der A 14 verzögern, zum Anwalt der verkehrsgeplagten Anrainerkommunen aufspielen würden.

"Die Grünen sind genauso wenig ein Anwalt der Bürger, wie ein Kammerjäger ein Freund der Flöhe ist. Dass der Lkw-Verkehr immer noch durch Colbitz rollt, liegt schließlich daran, dass eine halbfertige Autobahn durch den Fernverkehr nicht angenommen wird", so Schulze.

Der Geschäftsführer des Landesverbandes der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU in Sachsen-Anhalt bezeichnete die Forderung der Grünen gar als "Mumpitz". Man könne nicht den Fernverkehr vom Regionalverkehr trennen. Ein generelles Durchfahrverbot für Lkw würde den Regionalverkehr zum Erliegen bringen.