Für die Zukunft des Haldensleber Altstadtfestes haben weder die Stadtverwaltung noch die Besucher eine Patentlösung bereit. Und auch den Volksstimme-Lesern scheint das Thema ziemlich egal zu sein: Gerade einmal 64 beteiligten sich gestern an der zwölfstündigen TED-Unfrage.

Haldensleben l Die Zukunft des Altstadtfest steht derzeit zur Debatte. Heute will sich der Kulturausschuss des Stadtrats zu diesem Thema positionieren. Denn nach dem Rekord- defizit des Festes in diesem Jahr steht die Finanzierung alles andere als auf sicheren Füßen. Immerhin kamen fast drei Viertel der Gesamtkosten als Zuschuss aus dem städtischen Haushalt. Daher wird nach einem tragbaren finanziellen Konzept gesucht.

Drei Vorschläge hat die Stadtverwaltung dazu unterbreitet: eine Kulturabgabe und höhere Standgebühren zu kassieren (Varinate 1), auf einen Festtag beziehungsweise eine Bühne zu verzichten (Variante 2) oder das Fest künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Jeder dieser Vorschläge hat seine Vorteile, aber auch seine Nachteile - eine Patentlösung ist keiner von ihnen (Volksstimme berichtete).

Mehrheit für Eintritt und höhere Standgebühren

Daher wollte die Volksstimme gestern die Meinung ihrer Leser dazu wissen. Zwölf Stunden lang war ein TED geschaltet, bei dem die Anrufer für einen der drei Vorschläge stimmen konnten. Eine knappe Mehrheit plädierte für die Kulturabgabe und Erhöhung der Standgebühren. Auf Platz 2 landete Variante 2 mit einer Verkleinerung des Festes. Die wenigsten Befürworter vereinte der Vorschlag, das Altstadtfest nur noch alle zwei Jahre zu feiern. Wobei mit 64 Anrufer nicht von einem repräsentativen Umfrage-Ergebnis gesprochen werden kann.

Doch genauso gespalten wie die TED-Wähler sind auch die Teilnehmer einer Volksstimme-Befragung in der Innenstadt und am Telefon. Allerdings haben alle Befragten eines gemeinsam: Ganz auf das Fest möchte niemand verzichten.

Meinungen zur Zukunft des Altstadtfestes

Andrea Wendt (52 Jahre, Haldensleben): "Ich bin der Meinung man könnte einen der Tage wegfallen lassen oder auf eine der Bühnen verzichten. Mir persönlich ist der Sonntag nicht so wichtig, aber ich könnte auch auf eine Bühne verzichten"

Manuela Fricke (42, Haldensleben): "Ich wäre dafür das Altstadtfest alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Ich bin zwar regelmäßige Besucherin, doch gefällt mir diese Variante besser als die des Kulturbeitrages oder auf einen Tag zu verzichten."

John Raila (20, Haldensleben): "Der Eintrittspreis wäre die beste Lösung. Man freut sich das ganze Jahr auf das Altstadtfest, da sollte auch jeder bereit sein, den Eintritt zu zahlen, wenn man dafür das volle Programm geboten bekommt."

Hannelore Krüger (60, Hillersleben): "Leider fällt das Altstadtfest in jedem Jahr auf meinen Geburtstag. Ich schaue zwar trotzdem regelmäßig vorbei, aber ich denke die Variante, das Fest alle zwei Jahre zu veranstalten wäre meine Wahl.

Sigrid Juraschek (57, Bülstringen): "Ich würde mich nicht als regelmäßige Besucherin bezeichnen, aber hin und wieder schaue ich schon gerne beim Altstadtfest vorbei. Ich fände die Variante auf einen der Tage bzw. auf eine der Bühnen zu verzichten am besten".

Uwe Lippe (56, Haldensleben): "Als regelmäßiger Besucher des Altstadtfests denke ich, der Eintritt wäre die beste Variante, auch wenn durch die Absperrungen vielleicht wieder zusätzliche Kosten entstehen. Es könnte sein, dass wenn man den Freitag streicht, der Sonnabend zu überfüllt ist."

Matthias Fricke (42, Haldensleben): "Meiner Meinung nach könnte man die Lose als Eintrittskarten anbieten. So hätte man zusätzlich noch die Chance etwas zu gewinnen. Natürlich nur, wenn das nicht zu aufwendig in der Organisation wäre."

Ronald Juhl (Haldensleben): "Ich meine, wir haben in Haldensleben auch Bands, die das stemmen könnten. Deshalb sollte man weniger Profimusiker für viel Geld buchen. Wieder Eintritt zu nehmen, das wäre jedoch ein Fehler."

Annemarie Stern (Haldensleben): "Alle drei Varianten haben einen Pferdefuß. Wieder Eintrittskarten zu verkaufen, würde die Bevölkerung verärgern. Aber eine Bühne weniger und ein Tag weniger halte ich für sinnvoll. Doch auf keinen Fall sollte das Fest nur alle zwei Jahre stattfinden."