Haldensleben l Anne-Katrin Baum ist Märchenfan durch und durch. "Ich haben schon immer gern Märchen gelesen und das ist bis heute so geblieben", gesteht die Magdeburgerin. Besonders die Märchen der Brüder Grimm ziehen sie in ihren Bann. Und weil Anne-Katrin Baum gern malt, kam ihr die Idee, einige Märchen selbst zu illustrieren. Ihr Augenmerk liegt dabei auf dem erotischen Aspekt, den sie in den Geschichten entdeckt hat.

Als Grundlage dafür nimmt sie die Grimmschen Urtexte, die sie frei interpretiert. "Das ist die 1. Auflage der Märchen, die dabei aber bereits geglättet waren", weiß Judith Vater vom Haldensleber Museum nur zu gut. Schließlich besitzt das Haus seit 1964 einen Nachlassteil der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm und widmet ihnen seit 1978 eine Dauerausstellung zum Leben und Werk. "Die Märchen allein waren damals noch nicht so der Renner. Erst als der jüngste Bruder Ludwig Emil Grimm sie illustrierte, begann die Erfolgsgeschichte", so die Museumsmitarbeiterin weiter.

Diese Erfahrung konnte auch Anne-Katrin Baum machen. Für ihren Vater hatte sie ein Märchenbuch illustriert und weitere Bilder gemalt, die sie in einem kleinen Rahmen ausstellte. "Die Leute wollten unbedingt die Bilder kaufen, doch das wollte ich nicht", sagt die Hobbykünstlerin. Deshalb kam ihr die Idee, einen Jahreskalender mit Märchenmotiven zu gestalten. Die auf 150 Exemplare limitierte Auflage ist im Museum Haldensleben erhältlich. "Damit schlagen wir den Bogen zu unserer Grimmausstellung", nimmt Judith Vater das "Exklusivangebot" der Hobbykünstlerin gern an.

Auch wenn die Bilder von Froschkönig, Rapunzel oder Sterntaler einen Hauch von Erotik aufweisen - jugendfrei und stubenrein sind sie allemal. Wogegen von der Gewalt, die in Grimms Märchen häufig vorkommt, jede Spur fehlt.