Heinrichsberg l Fein säuberlich hatten Christian Münster und Hubertus Trompeter als Architekten am Sonnabend die Pläne für den Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus an die Wand gepinnt. So dokumentierten sie, wie das Haus einmal aussehen soll mit dem großen Seminarraum, dem Kaminzimmer und der Küche im Erdgeschoss. Im Obergeschoss sollen die Vereine Räume bekommen, um sich zu treffen, aber auch für ein Archiv und einen Leseraum wäre Platz. Im Keller soll für die Jugendlichen ein Jugendclub eingerichtet werden. "Wir hatten im Ursprung nur geplant, die untere Etage auszubauen, aber dann würde der Platz für alle Vereine nicht ausreichen", erklärte Bürgermeisterin Bettina Seidewitz, die auch bei dem Tag der offenen Tür anwesend war. Um der Barrierefreiheit gerecht zu werden, soll ein Aufzug angebaut werden.

Die Einrichtung eines sogenannten Rastplatzes "Elberadweg", der auch die von außen zugänglichen sanitären Anlagen umfasst, ermöglicht die Förderung der Bauarbeiten über das Leader-Programm der Europäischen Union. 350.000 Euro fließen hier.

Zahlreiche Loitscher und Heinrichsberger nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, sich zu informieren, was in der Elbstraße 98 entsteht. Wissbegierig erkundeten sie das Haus von unten bis oben. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Kindertagesstätte sowie zwei Wohnungen im Obergeschoss werden umgebaut. Seit dem Frühsommer haben die Bauarbeiter im künftigen Dorfgemeinschaftshaus das Sagen und schon gut geschafft. Mit 650.000 Euro bezifferte Architekt Christian Münster die Summe, die bisher für das Bauvorhaben schon gebunden ist. "Die Firmen führen jetzt ihre Aufträge zu Ende aus, es werden aber keine neuen Aufträge vergeben", erklärte Architekt Hubertus Trompeter die derzeitige Situation.

Hintergrund dafür ist ein Bürgerbegehren, das drei Bürger ins Rollen gebracht haben. Sie sehen die geplanten Kosten in Höhe von 1,64 Millionen Euro als Steuerverschwendung an. Nach ihren Ansinnen sollen die Kosten auf 800.000 Euro abgesenkt werden. Problem: Mit 800.000 Euro würde das Werk nicht vollendet werden können.

Doch im August haben Klaus Köhn, Hasso Kannenberg und Rolf Stichnoth genügend Unterschriften gesammelt, so dass die Loitscher und Heinrichsberger am 30. November an die Wahlurne gerufen werden. "Sollen die Kosten für das vorgestellte Bauprogramm - Umbau des Dorfgemeinschaftshauses - auf 800.000 Euro begrenzt werden?" lautet dann die Frage des Bürgeretscheids. Zwischen 8 und 18Uhr werden die Wahllokale in der Heinrichsberger Kindertagesstätte und im Loitscher Dorfgemeinschaftshaus geöffnet sein. Im Vorfeld laden die Initiatoren heute um 19Uhr im Loitscher Dorfgemeinschaftshaus zu einer Informationsveranstaltung ein, um ihren Standpunkt darzulegen.