Vor der eigentlichen Sitzung des Rätzlinger Ortschaftsrates haben die Mitglieder des Gremiums die Grundschule im Ort besichtigt. Derzeit muss in der Schule improvisiert werden. Unterrichtsräume wurden verlagert, denn ein Schaden an einer Abwasserleitung muss beseitigt werden.

Rätzlingen l "Wir haben einige neue Ortschaftsräte im Gremium, die den Zustand des Schulhauses nicht kennen. Und auch die Räte, die schon länger dabei sind, können sich heute ein Bild über den aktuellen Stand unserer Grundschule und der Ausstattung machen. Es gibt ja ständig Veränderungen", erklärte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (Aktive WG Sport) bei der jüngsten Zusammenkunft.

78 Mädchen und Jungen werden derzeit im Schulhaus unterrichtet. Die Grundschulproblematik ist immer wieder ein Thema im Stadtrat, deshalb sei es so wichtig, dass die Vertreter des Ortes genau über ihr Schulhaus Bescheid wissen und ihre Kenntnisse mit einbringen. Schulleiterin Petra Gericke sah den Besuch der Räte als ein Zeichen, dass die gewählten Vertreter sich auch künftig für den Erhalt der Schule einsetzen.

Petra Gericke berichtete, dass es kurz nach Beginn des neuen Schuljahres einen Wasserschaden gab. Nach dem Umbau der oberen Etage, wo die neuen modernen Räumlichkeiten für den Hort entstanden waren, ist der Schaden in vier Räumen im unteren Geschoss zum Vorschein gekommen. "Alte Abflussleitungen, die damals wahrscheinlich nicht richtig verlegt waren, wurden nach dem Umbau wieder genutzt. Dann lief das Wasser. Und der Schaden kam jetzt zum Vorschein. Die genaue Ursache kenne ich nicht", sagte die Schulchefin. Inzwischen wurde die Leitung erneuert. Der feuchte Innenputz wurde in den vier Räumen abgeklopft und ein Trocknungsgerät angeschlossen. Jetzt ist der neue Putz wieder dran. Ein Raum bekommt noch einen neuen Fußboden. Es fehlen die Malerarbeiten.

"Da es sich bei den Bauarbeiten um einen Versicherungsfall handelt, mussten immer wieder Absprachen zur Kostenübernahme geführt und neu kalkuliert werden", erklärte der Bürgermeister. Die Kosten für die Schadensbeseitigung wurden auf etwa 11000 Euro geschätzt.

"Im Moment ist für uns wichtig, dass wir nach der Beseitigung des Wasserschadens die Räume wieder nutzen können", sagte die Schulchefin und beschrieb die Besonderheiten der Lernmethode der Schuleingangsphase. "Jedes Kind lernt individuell nach einem eigenen Plan. Die Lehrer führen die Kinder heran, selbständig zu arbeiten. Die Kinder lernen als grüne und rote Piraten in Gruppen", schilderte Petra Gericke, die von der neuen Lernmethode begeistert ist.

Gerade für die Kinder der ersten Klasse sei aber der Platz in den Räumen, die gerade saniert werden müssen, dringend notwendig. "Gut, dass wir im Schulhaus noch Ausweichmöglichkeiten haben. Die Erstklässler sind nun in den Kunstraum gezogen. Wir bewältigen die Situation, denn ein Ende ist ja in Sicht", sagte die Schulleiterin. Sie hofft, dass ab Januar in den wieder hergerichteten Räumen Unterricht stattfinden kann.