Haldensleben l Längst sind es nicht mehr nur Haldensleber, die sich mit ihren Gärten einbringen, wenn die Rosenfreunde ihre offenen Gärten planen. Brigitte Nebel, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Rosenfreunde, freut sich, dass sich im Laufe der Jahre immer mehr Gartenfreunde an dieser Aktion beteiligen, die alljährlich im Juni gestartet wird. "Im Juni ist der Garten am schönsten", versichert sie.

Ende der 1990er Jahre, zu der Zeit noch unter dem Vorsitz von Christine Otto, veranstalteten die Rosenfreunde erstmals einen Tag der offenen Gärten. Seitdem werden immer mehr Gartentüren geöffnet. Wie Familie Hodolitz aus Hadmersleben kamen mehrere Gartenbesitzer erstmal gucken, wie es bei den Gartenbesichtigungen läuft, bevor sie sich für das nächste Jahr selbst angemeldet haben.

An drei Wochenenden werden inzwischen die Gartentüren geöffnet. Sogar aus den eigenen Dörfern kämen die Leute zur Gartenbesichtigung kommen, würden die Gastgeber erzählen, berichtet Brigitte Nebel. Und alle gehen wieder mit der Gewissheit, noch etwas dazugelernt zu haben. Einige Gartenbesitzer graben auch Pflanzen aus, die sich sehr vermehrt haben, und geben sie den Gästen mit.

"Es wäre natürlich schön, wenn sich auch noch mehr der Interessengemeinschaft Rosenfreunde anschließen", meint Brigitte Nebel. Um die Kontakte aller Gartenfreude, die sich an den offenen Gärten beteiligen, weiter auszubauen, könnte es im nächsten Jahr vielleicht ein Treffen aller Gastgeber geben, um Erfahrungen auszutauschen, denkt sich Brigitte Nebel.

Der Jahresplan steht zwar schon im Wesentlichen, aber ein Erfahrungsaustausch könnte noch dazukommen. Außerdem planen die Rosenfreunde, ihre Fachkenntnisse einfach mal anzubieten. Zu bestimmten Gelegenheiten, beispielsweise zu einem Regionalmarkt in Haldensleben oder anderen Anlässen würden sie als Verein gern mal Beratungen anbieten.

Im Mai laden sie erstmals zu Rosengesprächen in die Haldensleber Kulturfabrik ein. An diesem Abend sollen Erfahrungen ausgetauscht werden. "Welche Rosen sind wirklich gesund?" - so wird es dann heißen. Die Mitglieder der Rosenfreunde sind dabei, die Bestände in ihren Gärten genau zu beobachten, um darüber auch gut Rede und Antwort zu stehen.

Viele interessante Vorträge sind für 2015 geplant. Die Rosenfreunde haben sich dem Verein zur Förderung der Kultur- und Heimatpflege angeschlossen und sind sehr dankbar, dass sie für ihre Veranstaltungen in der Kulturfabrik eine Heimstatt haben, sagt Brigitte Nebel, die von ihrem Mann Jürgen viel Hilfe hat.

Im Januar wollen die Rosenfreunde auf einen Höhepunkt des nächsten Jahres aufmerksam machen, der nicht nur Sachsen-Anhalt betrifft. Frank Schröder, Abteilungsleiter Planung und technische Durchführung im Zweckverband Buga 2015 Havelregion, wird über die Vorbereitung in den fünf Buga-Kommunen, die touristische Infrastruktur und vieles mehr berichten, und natürlich auch über die Rosen auf der Buga.

Im Februar wird der Historiker Dieter Bollmann zur Geschichte der Heimat sprechen. Dieter Bollmann gestalte in jedem Jahr einen geschichtlichen Vortrag für die Rosenfreunde und finde dabei immer interessierte Zuhörer, macht Brigitte Nebel deutlich. Im nächsten Jahr geht es anhand vor Grabungsergebnissen um die Besiedlung des Gebietes um Haldensleben seit der mittleren Jungsteinzeit.

Andere Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit Veranstaltungen der Rosenfreunde deutschlandweit und mit Rosen des Züchters David Austin. Dr. Harald Blanke, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung in Hundisburg, wird Johann Gottlieb Nathusius und den Rosen in seiner Baumschule einen Vortrag widmen. Nathusius-Rosen sind in einem neu angelegten Rosenbeet im Hundisburger Park wiederzufinden.

In jedem Monat einen Vortrag, den Sommer ausgenommen, das ist bei den Rosenfreunden so. Und die Vorträge sind gut besucht. Dabei können sie auch auf Referenten der Deutschen Rosengesellschaft zählen und auf die sehr guten Kontakte zu den Rosenfreunden in Hannover, die vor allem der langjährigen Haldensleber Vorsitzenden Christine Otto zu verdanken sind. 49 Freundeskreise der Rosenfreunde gibt es in ganz Deutschland. Da ist Haldensleben in guter Gesellschaft. 20 aktive Mitglieder zählt die Haldensleber Gemeinschaft, die länger als ein Vierteljahrhundert besteht. Und die Mitglieder kommen nicht nur aus dem Landkreis Börde, sondern sogar auch aus Magdeburg, denn dort gibt es keinen Freundeskreis.