Haldensleben l "Wir hatten schon mehrfach Rufbereitschaft, weil das Wetter auf der Kippe zu überfrierender Nässe oder Glatteisregen stand", erklärt Raik Gaudlitz, der Leiter des Stadthofes. Doch einen Winterdienst-Einsatz habe es bisher nicht gegeben.

Sollten Schnee und Eis jedoch Einzug halten, sind die Stadthof-Mitarbeiter gut gerüstet. "75 Tonnen Salz lagern in einem Silo direkt auf unserem Hof. Dazu kommen weitere 300 Tonnen, die in einer Halle bereitliegen", verrät Raik Gaudlitz. Sobald etwa ein Drittel verbraucht ist, soll sofort nachbestellt werden. Auf diese Weise will der Stadthof möglichen Salz-Lieferengpässen, wie es sie zum Beispiel im Winter 2011/12 gab, zuvorkommen. Immerhin: Wenn der Winterdienst auf vollen Touren läuft, liegt der Tagesverbrauch bei bis zu 25 Tonnen Salz.

Zum Vorrat des Stadthofes gehören derzeit außerdem rund 150 Tonnen Splitt. Er wird nicht zuletzt für die Straßen der Haldensleber Innenstadt genutzt, die mit Grauwacke-Natursteinen gepflastert sind. "Es gibt die Vermutung, dass das Salz bei diesen Steinen in der Vergangenheit zu Schäden geführt hat", so der Stadthof-Leiter. Split sei weniger aggressiv als Salz. Dafür hat er aber auch zwei Nachteile: Er schneit schneller wieder zu und er muss nach dem Ende des Winters beseitigt werden. Auch das Hin- und Herrüsten der Fahrzeuge zwischen Split und Salz ist mit Aufwand verbunden. Zur Winterdienst-Flotte des Stadthofes gehören aktuell vier Fahrzeuge: ein Multicar, ein großer Allrad- sowie ein Kompaktraktor und ein Unimog. Letzterer geht nach diesem Winter jedoch in Ruhestand. "Er ist knapp 20 Jahre alt", erklärt Raik Gaudlitz. Als Ersatz solle ein neues Fahrzeug bestellt werden. Dieses werde voraussichtlich über mehr Nutzlast verfügen. "Das könnte die Einsatzzeit für die Fahrer verkürzen, weil sie nicht mehr so viel hin- und herfahren müssen", so der Stadthof-Leiter. Für die Reinigung der Gehwege kommt noch ein gemietetes Fahrzeug hinzu. Weiterhin sind bei Bedarf Einsatztrupps unterwegs, die Schnee und Eis mit Streuwagen, Fräse oder Schneeschieber beseitigen. Dabei geht es jedoch nur um Gehwege auf Grünflächen und an Grundstücken, die sich im Eigentum der Stadt befinden. Die übrigen Wege sind Sache der jeweiligen Anlieger. Bei den Straßen gilt: Der Stadthof muss Hauptverkehrsadern und besonders gefährliche Stellen räumen. Der Rest ist Service. Als weitere Vorbereitung wurden bereits 20 Kubikmeter Splitt auf die etwa 60 Streugutkisten im Stadtgebiet verteilt.

Beim Winterdienst in den Ortschaften gibt es unterschiedliche Regelungen. Für Uthmöden und Satuelle wurde ein Unternehmen verpflichtet. In Zukunft soll nach Möglichkeit auch für Hundisburg ein entsprechender Betrieb gefunden werden. Vorerst ist dort jedoch der Stadthof im Einsatz - ebenso wie in Wedringen.

Für Süplingen und Bodendorf gibt es eine Änderung. Nach der Eingemeindung zum 1. Januar wurde im vergangenen Winter in beiden Ortschaften komplett geräumt. "Allerdings haben sich Süplingen und Bodendorf entschlossen, ihre eigene Satzung bis 2018 zu behalten. Demnach ist der Winterdienst reine Anliegersache", so Raik Gaudlitz. Entsprechend werde sich der Stadthof nur um jene Strecken kümmern, bei denen die Stadt selbst Anlieger ist. Im Ganzen zeigt sich der Stadthof-Leiter jedoch optimistisch: "Wir sind gut aufgestellt. Wenn die Technik mitspielt, werden wir gut durch den Winter kommen", sagt Raik Gaudlitz.