Der asiatische Laubholzbockkäfer ist in der Gemarkung Glindenberg gefunden worden. Auf einem Areal hinter dem Mittellandkanal, kurz vor Rothensee, war ein Ahorn befallen. Bürger sollen ab sofort Laubbäume kon- trollieren oder kontrollieren lassen.

Wolmirstedt l Der asiatische Laubholzbockkäfer ist gerade mal vier Zentimeter groß. Dennoch geht von ihm eine große Gefahr aus. "Wenn der Käfer nicht erkannt wird, bringt er den befallenen Baum zum Umfallen, ohne dass es vorher Anzeichen dafür gibt", informiert Dirk Illgas, Fachdienstleiter für Ordnung und Sicherheit im Rathaus, "er höhlt ihn von innen aus." Deshalb müssen die befallen Bäume sicherheitshalber umgehend entfernt werden.

Ein Ahorn in der Gemarkung Glindenberg musste sich diesem Schicksal ergeben. Er war vom asiatischen Laubholzbockkäfer befallen und wurde gefällt. Auch im 100-Meter-Bereich um den Baum herum wurden alle Laubgewächse gerodet, da sie als potentielle Wirtspflanzen gelten. Der Radius von zwei Kilometern um die Fundstelle des Baumes gilt als Quarantänebereich.

Der befallene Ahorn befand sich auf einem Areal am sogenannten Abstiegskanal, der Elbe und Mittellandkanal miteinander verbindet. Das Gelände liegt kurz vor der Autobahn A2, nahe am Industriegebiet Rothensee. Wohnbebauung gibt es dort nicht, in der Quarantänezone hingegen schon. Der Zwei-Kilometer-Umkreis umfasst in Glindenberg die Straße "Am Birkenwäldchen", zieht sich über den Mittellandkanal hinweg bis in die Rothenseer Straße hinein.

Laubbäume, die sich in diesem Bereich befinden, müssen regelmäßig kontrolliert werden, in der Zeit vom 1. November bis zum 31. März zwei Mal und vom 1. April bis zum 31. Oktober mindestens im Abstand von vier Wochen. Das schreibt eine Verordnung der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) vor. Dafür dürfen Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes auch private Grundstücke betreten.

Holz, Baumschnitt oder Brennholz dürfen das Quarantänegebiet nicht mehr verlassen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau rät weiterhin davon ab, in der Quarantänezone neue Laubbäume anzupflanzen.

"Zurzeit verfällt der Käfer in Winterruhe", sagt Dirk Illgas, "aber wer Bohrlöcher oder Späne am Baum erkennt, sollte das umgehend melden." Solange der Käfer schläft, will die Stadt eine Informationsveranstaltung durchführen. Die sei für Februar oder März geplant, sagt Dirk Illgas.

In Rothensee hat es schon eine Bürgerversammlung gegeben. Dort sind schon mehrere befallene Bäume gefunden und gefällt worden und mit ihnen die Laubgehölze im 100-Meter-Umkreis. Die Larven des Käfers fressen sich in den Stamm hinein. Die frisch geschlüpften Käfer fressen die Rinde, kleine Kronenzweige und zuweilen auch Blattstiele. Aus Eiern werden zwei Jahre später Käfer. Es gibt in Deutschland kein zugelassenes Gegenmittel.

Der Käfer ist in China, Korea und Taiwan zu Hause und wurde vermutlich in Holzpaletten nach Deutschland eingeschleppt. Unter Experten gilt er als träge. In einer Untersuchung in China wurden 16000 Käfer markiert und 98 Prozent davon wurden innerhalb eines Radius von 560 Metern wieder eingefangen, teilt die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau mit. Die durchschnittliche Flugentfernung beträgt 266 Meter.

Wer den Laubholzbockkäfer oder seine Spuren entdeckt, wende sich an das Bürgertelefon der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau unter der Nummer 03941/671166 oder per E-Mail an ALB@llfg.mlu.sachsen-anhalt.de

Bilder