An der Evangelischen Sekundarschule gibt es eine große Anzahl an Arbeitsgemeinschaften, in denen sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit engagieren. Gerade vor Weihnachten nutzen viele die Möglichkeit, hier eine kleine Überraschung zum Fest vorzubereiten.

Von Marita Bullmann

Haldensleben/Hillersleben l Fabian Wrobel, Malin Bischoff, Laura Schöneberg und einige andere Schüler der Evangelischen Sekundarschule müssen sich keine Sorgen um ihre Weihnachtsgeschenke machen. Die haben sie nämlich selbst genäht - in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Nähen bei Jaqueline Krumbiegel. Die Lehrerin hatte vor zwei Jahren, als sie selber Mutter wurde, das Interesse am Nähen entwickelt. "Ich habe mir das eigentlich selbst beigebracht", sagt die Lehrerin und kam dann auf die Idee, ihr neues Wissen auch an ihre Schüler weiterzugeben.

13 Mädchen und Jungen von der 5. bis zur 7. Klasse kommen seit Beginn dieses Schuljahrs regelmäßig in den großen Speiseraum, um die elektrischen Nähmaschinen rattern zu lassen. Erstaunlich viel Jungen sitzen an den Tischen. Gustav Schepe (11) hat sich einen Pullover aus einer Fleecedecke zugeschnitten. Den Schnitt hat sich der Ummendorfer selbst ausgedacht. Etwas ganz Individuelles zu nähen, das ist für alle Schüler der größte Wunsch.

Auch Fabian Wrobel (12) ist zufrieden mit seinen Arbeiten. "Mütze, Handytasche", zählt er auf, was er sich vorgenommen hat. Was der Nordgermersleber für seine Schwester zu Weihnachten genäht hat, muss noch ein Geheimnis bleiben.

Ähnlich sehen das Lucas Gurgel und Philipp Grund. Die beiden 14-jährigen Haldensleber wollten "einfach loslegen." Und das geht in dieser Arbeitsgemeinschaft. "Ich habe Bücher mit Vorlagen da, in denen die Schüler nachschlagen können," erzählt Jaqueline Krumbiegel. "Ich schreibe aber nichts vor. Die meisten denken sich selbst etwas aus und fragen einfach, wenn sie Hilfe brauchen." Kirschkernkissen werden zum Beispiel gern genäht.

Im Internet gibt es auch Nähanleitungen für all jene Sachen, die gerade aktuell sind. Die Mädchen und Jungen können mit den Nähmaschinen der Schule arbeiten, auch Material gibt es in der AG. Das ist gespendet.

Der elfjährige Malin Bischoff hat auch etwas für ihren kleinen Bruder genäht. "Meine Uroma hat als Schneiderin gearbeitet, das liegt wohl im Blut", meint sie. Die Haldensleberin hat eine Nähmaschine zu Hause. Ähnlich geht es Laura Schöneberg und Lara-Jane Radke. Die Mütter der zehnjährigen Haldensleberinnen nähen auch.

Während die Nähmaschinen rattern, besprechen die Mädchen und Jungen der selbst gegründeten Schulband auf der anderen Seite des Speisesaals ihre Songs. Anne Tatiuk, Maja Herms-Knake, Tony Schulte, Max Berg, Eric Schlabitz und Elisabeth Wolf haben sich ohne Lehrerhilfe zusammengefunden, einige haben Musikschulunterricht, die anderen lernen allein und voneinander. Jeder übt einen neuen Titel für sich, bevor sie gemeinsam in der Band anstimmen. Als Arbeitsgemeinschaft können sie auch Instrumente der Schule nutzen. Und sie können auch für ihre Mitschüler spielen.

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