Den Steinbackofen im Backhaus haben die Klüdener für die Gäste ihres siebenten Weihnachtsmarktes angeheizt. Im Ofen werden ein Hirsch und Brote gebacken. So bereiten die Klüdener Jäger kurz vor Heiligabend einen besonderen Festschmaus für ihre Gäste vor.

Klüden l Zum siebenten Mal veranstalten Mitglieder der Kulturgemeinschaft Klüden einen Weihnachtsmarkt. Der erste Markt fand 2008 in der Scheune von Reinhard Hoffmann statt. Nun dient der Hof des ehemaligen Schulhauses als Ort des vorweihnachtlichen Geschehens. Es hat sich in der Region herumgesprochen, dass der Markt ein ganz besonderer ist. "Es kommen viele Leute von außerhalb. Das sind meist auch Menschen, die ihre Wurzeln in Klüden haben", erklärte Erwin Schoof, Ortsteilbeauftragter von Klüden.

Ingo Brune hält als Vorsitzender der Kulturgemeinschaft alle Fäden in den Händen. Brune hat das Amt 2013 von Rudolf Oelze, der sich 40 Jahre lang für die Kultur im Ort engagierte, übernommen. "Wir wollen immer etwas Besonderes bieten. Jedes Jahr ein Pünktchen draufsetzen. Die Jagdhornbläser aus Letzlingen geben uns eine Kostprobe ihres Repertoires. Außerdem investieren wir jedes Jahr. Wir kaufen immer wieder mal Partyzelte, Heizstrahler und Feuerschalen dazu. Wir wollen es unseren Gästen so schön wie möglich machen", erklärt Brune.

Geschenke hat auch der Weihnachtsmann, der mit dem Klüdener Feuerwehrauto anreist, für alle Kinder im Sack. Sein Besuch ist der absolute Höhepunkt des Markttreibens. Der Bärtige, obwohl er aus den Wäldern bei Satuelle kommt, kennt mit der Zeit die braven Sprösslinge des Ortes. Mit Witz und Fingerspitzengefühl erobert der Rotkittel die Herzen der kleinen und großen Klüdener.

Genau so gespannt, wie die Kinder auf den Weihnachtsmann warten, sind die Erwachsenen auf das Öffnen des Backofens. Denn dort schmort inzwischen ein Hirsch, den die Klüdener Jäger extra für den Schmaus geschossen haben. "Ich war als Treiber bei der Jagd dabei", berichtet stolz der Klüdener Ulrich Freystedt.

Helmut Chelvier ist wieder der Chefkoch. "Sein Vater war unser Bäcker. Helmut half in der Backstube seiner Eltern. Vor über 30 Jahren schloss die Bäckerei", erzählt der Klüdener Ottmar Schmicker, der Weihnachtslieder anstimmt.

Den Ofen hat Wilfried Leberecht, gelernter Schornsteinbauer, vor vier Jahren nach altem Vorbild gebaut.

Ein Dankeschön geht an den Weihnachtsmann, der wieder mit viel Freude dabei war. "Dabei muss ich den Rotkittel gar nicht extra engagieren, wir Klüdener stehen bei ihm fest im Terminkalender", freut sich Brune und beißt genussvoll in eine Scheibe frischgebackenes Brot.

Die Gäste loben den Hirschbraten in den höchsten Tönen. Die Besucher lecken sich nicht nur sprichwörtlich nach dem leckeren Essen die Finger ab. Um das Festmahl gebührend zu verdauen und auf den Zusammenhalt im Ort anzustoßen, prosten sich die Klüdener mit dem Kräuterschnaps der Jäger zu.

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