Verschiedene Varianten der Sanierung und des Neu- oder Anbaus für das Oebisfelder Rathaus stellte Planer Berthold Heinecke in der Stadtratssitzung vor. Dass gebaut werden muss, steht für ihn außer Frage, nicht jedoch für den Stadtrat.

Oebisfelde-Weferlingen l Umfangreiche Sanierungsarbeiten müssen am Oebisfelder Rathaus vorgenommen werden, bis das altehrwürdige Fachwerkhaus in einen vernünftigen baulichen Zustand nach den heutigen Standards versetzt werden kann. Das erklärte Planer Berthold Heinecke mit vielen Worten in der jüngsten Sitzung des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen.

Wie umfangreich die Schäden sind, sei in jedem Fall noch nicht einmal abzuschätzen, weil man gegenwärtig nicht überall hinter die Fassade blicken könne. Doch die Holzkonstruktion unter dem Dach muss in jedem Fall zurück- und neugebaut werden. Dazu muss das Dach über den Nordtrakt, dem neueren Teil des Rathauses, in jedem Fall runtergenommen werden.

"Der mittelalterliche Ursprungsbau (Südtrakt) ist in einem besseren Zustand", sagte Berthold Heinecke, doch verborgene Schäden könnten jederzeit zutage treten.

Ohne einen kompletten Leerzug des Gebäudes, also den Auszug der Stadtverwaltung, könne das Vorhaben nicht angepackt werden, davon ist der Planer überzeugt. Das gelte auch dann, wenn wegen der angespannten finanziellen Situation der Stadt Oebisfelde-Weferlingen lediglich die Minimalvariante einer Sanierung zur Anwendung gebracht werden sollte.

Eine mögliche Variante, um auch das bestehende Raum- und Platzproblem zu lösen, ist neben der Neustrukturierung im Inneren des Rathauses für ihn die Schaffung eines Bürger- und Tourismuszentrums als Anbau.

Die grobe Kostenschätzung von Bertolt Heinecke verschlug einigen Stadträten erstmal mächtig die Sprache. Er bezifferte eine Sanierung auf rund 2,4 Millionen Euro. Auf den Anbau eines Bürger- und Tourismuszentrums entfielen zirka 1,2 Millionen Euro. Den Summen gegenüber stellte der Planer einen Neubau auf der grünen Wiese, den er mit 4,8 Millionen Euro einschätzte.

Ob sich ein solches Vorhaben die Gemeinde überhaupt leisten kann? Mehr als ein Stadtrat zweifelte das an diesem Abend an, auch wenn Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) noch einmal durch die Aufzählung zahlreicher Baumängel auf die Dringlichkeit verwies.

"Auf jeden Fall hat die Grundschule in Weferlingen vordringlichen Bedarf", sagte Stadträtin Kerstin Dörfel (CDU) unter dem Applaus der Zuhörer.

Das Thema wurde nach der Variantenvorstellung wieder in die Ausschüsse verwiesen.