Mit Freude über das im vergangenen Jahr Erreichte und neuem Elan startet die Jugendarbeit der Hohen Börde ins neue Jahr. Viele Ideen für neue Projekte sind da, doch aufgrund personeller Probleme bleiben Sorgenfalten nicht aus.

HoheBörde l Zufrieden blicken Anja Sandt und Petra Berndt vom Jugendbüro der Gemeinde Hohe Börde auf das Jahr 2014 zurück. Zahlreiche Projekte konnten mit den Kinder und Jugendlichen der Einheitsgemeinde umgesetzt werden. So ist das Töpfern beispielsweise inzwischen zu einem festen Bestandteil der Ferienangebote geworden und auch das Basteln zu Feiertagen stieß auf viel Interesse bei den Kindern. Außerdem hatten die Kinder und Jugendlichen bei organisierten Kegel- und Bowlingnachmittag und Ausflügen in die Natur ihren Spaß.

Ein "Knaller" war nach Einschätzung der Mitarbeiter des Jugendbüros das Projekt um die Kinderstadt "Börderado", das in den Sommerferien gemeinsam mit dem Hort der Börde-Grundschule Hermsdorf erstmals auf die Beine gestellt wurde. Die Kinder spielten zwei Tage lang "Stadt". Dabei arbeiteten sie beispielsweise in verschiedenen Berufen und verdienten so ihr Geld. Im Spiel sammelten sie Erfahrungen, die auch außerhalb der Kinderstadt nützlich sind.

"Börderado" ist auch eines der Projekte, das nach Willen von Streetworkerin Anja Sandt im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem in Hermsdorf eine Neuauflage erfahren soll. "Vielleicht dann eine Woche lang", erklärt sie und hat bereits die ersten Ideen, um das Projekt zu vervollkommnen. So möchten die Initiatoren noch mehr mit Handwerkern aus der Region zusammenarbeiten. Diese könnten beispielsweise in "Börderado" ihr Handwerk präsentieren und die Kinder mit einbeziehen. Wer sich einbringen möchte, kann sich gern auch jetzt schon telefonisch mit dem Jugendbüro der Gemeinde Hohe Börde unter der Nummer 039204/781125 in Verbindung setzen.

Sommerfest kommt bei den Kindern immer gut an

Eine feste Größe in den Kalendern zahlreicher Kinder und Jugendlicher der Gemeinde ist mittlerweile auch das Sommerfest geworden, das das Jugendbüro organisiert. Allein in diesem Jahr reagierten etwa 120 Kinder aus den Horten in Bebertal, Eichenbarleben, Hermsdorf, Irxleben, Niederndodeleben und Rottmersleben auf die Einladung und hatten einen Nachmittag viel Spaß miteinander. Eine Bastelstraße, Kinderschminken, eine Hüpfburg zum Toben und weitere Spielstationen sorgten für Abwechslung. Das Sommerfest ist auch für das kommende Jahr geplant.

Ebenso kommen angebotene Fahrten in Freizeitparks und die Ferienfreizeiten, in die auch 2015 wieder Ausflüge integriert werden sollen, immer gut an. In Zusammenarbeit mit dem Rottmersleber Partnerschaftsverein soll im nächsten Jahr ein deutsch-französischer Austausch in Form einer Sprachreise nach Frankreich vorbereitet werden.

Außerdem schwebt Streetworkerin Anja Sandt eine Fortsetzung der Bildungs- und Präventionsprojekte mit einem Breakdance- und Tanzworkshop vor. Mit einem Projekttag an der Gedenkstätte Berliner Mauer unter dem Titel "Alltag und Flucht im geteilten Deutschland" sowie einem Song- und Videoworkshop mit dem Musikduo "Schneewittchen" trafen sie und ihre Kollegin Petra Berndt in diesem Jahr jedenfalls genau den Nerv mehrerer Jugendlicher aus der Hohen Börde. Vielleicht lässt sich auch in naher Zukunft ein ähnliches Projekt wie der Song- und Videoworkshop, erneut in Zusammenarbeit mit dem Duo "Schneewittchen", verwirklichen. Außerdem könnten sich die Fachkräfte ein Graffiti-Projekt für 2015 vorstellen.

Für die generelle Betreuung in den derzeit elf Jugendclubs in der Einheitsgemeinde stehen die Zeichen in naher Zukunft allerdings nicht so gut. In einigen Jugendclubs sichern die Mitarbeiter des Jugendbüros derzeitig tageweise die Betreuung ab. Mehrere Stellen über den Bundesfreiwilligendienst sind jetzt ausgelaufen oder laufen in den nächsten Wochen aus. Vier von ihnen wollen die Jugendclubarbeit weiter ehrenamtlich betreiben, lediglich ein Jugendclub wird noch durch einen Bundesfreiwilligendienstler betreut. Ziel aller ist es, den Jugendlichen Perspektiven der Freizeitgestaltung und ihnen Alternativen zum "Herumhängen" zu bieten.

Doch nicht nur der Mangel an geeigneten Kräften ist schuld an der prekären Lage in der Jugendclubsbetreuung, sondern auch die Bewilligung zur Finanzierung entsprechender Stellen durch den Bund.