Böse Überraschung an der Zollstraße: Eigentlich sollte die Sporthalle dort dieser Tage wieder in Betrieb gehen. Doch ein Gutachten hat ernste Mängel aufgedeckt. Dadurch verlängert sich die Sanierung um mehrere Monate. Die Mehrkosten liegen bei 160 000 Euro.

Haldensleben l Von außen sieht alles gut aus. Die graue Fassade ist Vergangenheit. Stattdessen erstrahlt die Sporthalle in der Zollstraße in knalligem Grün und Orange. Doch den Haldensleber Sportvereinen nützt das wenig. Denn auch wenn die Sanierung fast fertig ist: Die Halle bleibt geschlossen. Aus Sicherheitsgründen.

Denn ein Gutachten hat jetzt ernste Mängel an der Statik aufgedeckt. Das Kuriose daran: Ursprünglich sollte dieses Gutachten etwas ganz anderes klären. "Das Unheil nahm seinen Lauf, als die Dachabdichtung des sanierten Umkleide- und Sanitärtraktes an die vorhandene Dachabdichtung der Sporthalle angesetzt werden sollte", erklärt Stefanie Stirnweiß von der städtischen Abteilung für Marketing und Kommunikation. "Als die Bauarbeiter hierzu die Blechverkleidung des Hallendaches entfernten, entdeckten sie Feuchtigkeitsschäden an den Leimbindern, die das Hallendach tragen. Solche Schäden werden nach dem Einsturz einer solchermaßen überdachten Halle in Bad Reichenhall vor einigen Jahren sehr aufmerksam verfolgt."

Aus diesem Grund wurde ein Gutachter eingeschaltet. Die gute Nachricht: Die Schäden, die Anlass zum Gutachten gegeben hatten, sind nicht gravierend und können mit geringem Aufwand repariert werden. Eine akute Gefahr gehe davon nicht aus. Die schlechte Nachricht: Das Gutachten förderte ein anderes Problem zutage. Die Stützenkonstruktion der Halle genügt insgesamt nicht den statischen Anforderungen, wie sie heute gestellt werden. "Unter bestimmten Umständen können die auftretenden horizontalen Schubkräfte die Grenzwerte überschreiten. Ein klarer Fall: Die Halle kann so nicht freigegeben werden", sagt Stefanie Stirnweiß. Das heißt konkret: Bei starken Wind- oder Schneelasten könnte die Halle Schaden nehmen, im schlimmsten Fall sogar zusammenbrechen.

Zuerst müssten nun die Stützen und Riegel verstärkt werden. "Andernfalls könnte die Konstruktion ohne vorherige Anzeichen versagen", begründet Holger Waldmann, stellvertretender Bauamtsleiter, die Entscheidung.

Mit den zusätzlichen Arbeiten steht der Stadt eine außerplanmäßige Ausgabe ins Haus. Diese muss allerdings erst der Stadtrat beschließen - und der tagt erst im März das nächste Mal. "Danach müssen die Nacharbeiten ausgeschrieben und durchgeführt werden, so dass vor Mitte des Jahres die Halle nicht freigegeben werden kann. Nach einer ersten groben Schätzung könnten sich die Kosten für die Nacharbeiten auf rund 160 000 Euro belaufen", berichtet Stefanie Stirnweiß. Für die Sportler bedeutet diese Nachricht, dass sie weiter in Ausweichhallen trainieren müssen. Betroffen sind der HSC, der Haldensleber Rollsport-Verein und der HSV. Der Punktspielbetrieb der Handballer findet in der Ohrelandhalle und in der Sporthalle in Süplingen statt.

Weitere Ausweichhallen für die anderen Sportarten sind wie bisher die Schulsporthallen der städtischen Grundschulen.