Auf ein spannendes und aufregendes Jahr im Ausland freut sich Siglind Lampe. Das Rotary-Austauschprogramm ermöglicht ihr ein Schuljahr in Brasilien. Die Hakenstedterin berichtet von ihrer Entscheidung.

Hakenstedt l Irgendwann kam der Wunsch in mir auf, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Wahrscheinlich wurde ich inspiriert, als meine Eltern im Jahr 2011/12 einen thailändischen Austauschschüler beherbergten. Auch durch Mitschüler, Freunde und Bekannte erfuhr ich einiges über Möglichkeiten eines Austausches.

Im Juni 2013 wurde das Rotary-Austauschprogramm durch einen Rebound (ehemaliger Austauschschüler), an meiner Schule, dem Julianum Helmstedt, vorgestellt. Mein Entschluss war gefasst.

Der Zufall wollte es, dass auf meines Vaters Arbeitsstelle Julia Crackau als Praktikantin beschäftigt war. Sie ist die Tochter des Jugenddienstbeauftragten Thomas Crackau vom Rotary-Club Haldensleben, verbrachte selbst ein Austauschjahr in Australien und engagierte sich für die Jugenddienstorganisation Rotex.

So konnte ich erste Informationen erhalten. Danach waren bei mir alle Zweifel beseitigt, und ich verfasste im Herbst 2013 ein Bewerbungsschreiben an den Rotary-Club in Haldensleben. Gleichzeitig habe ich viel Zeit damit verbracht, Informationen aus dem Internet zu sammeln und habe das Rotary-Buch "Ein Schuljahr im Ausland" gelesen.

Im Frühjahr 2014 besuchten uns zwei Rotary-Mitglieder zu einem Kennenlerngespräch in Hakenstedt. Dabei wurde erstmals über mögliche Zielländer für mein Austauschjahr gesprochen. Ich wurde auch informiert, dass die Bewerbungsphase für mich im Spätsommer 2014 beginnen wird.

Ein besonderer Moment war der 9. September, unser vorletzter Urlaubstag im Schwarzwald. Ich werde diesen Tag deshalb nicht vergessen, da mich mehrere E-Mails von Rotary erreichten. In diesen E-Mails wurde ich zum einen von meinem Rotary-Club in Haldensleben für das Austauschjahr bestätigt, und zum anderen bekam ich die Login-Daten für meine Online-Bewerbung.

Die Bewerbung für den Jahresaustausch ist sehr umfangreich und anspruchsvoll. Zu ihr gehören: Arztgutachten, Schulgutachten, die letzten vier Schulzeugnisse, ein Brief meiner Eltern an Rotary, ein Brief von mir an Rotary, aussagekräftige Bilder, die Kopie meines Reisepasses mit Gültigkeit über das Austausch- ende hinaus und viele persönliche Angaben. Die komplette Bewerbung ist in englischer Sprache zu verfassen.

Nachdem die Bewerbung am 30. Oktober abgegeben werden musste, erhielt ich eine Einladung zum Orientierungswochenende im November 2014 in der Jugendherberge in Wernigerode.

An diesem Wochenende nahmen aus dem Rotary Distrikt 1800 ungefähr 50 bis 60 potenzielle Outbounds (Deutsche, die ein Jahr im Ausland verbringen wollen), vier Inbounds (derzeitige Austauschschüler aus anderen Ländern in Deutschland), Rebounds, die sich jetzt bei Rotex engagieren und einige ehrenamtliche Koordinatoren teil.

Die Inbounds präsentierten ihre Heimatländer, die zukünftigen Outbounds lernten sich untereinander kennen, und das Aufregendste an diesem Wochenende waren die Interviews, durch die unsere zukünftigen Gastländer bestimmt wurden. Unglaublich, ich kann es immer noch nicht fassen, dass mein Zielland Brasilien ist. Ich freue mich riesig.

Beim nächsten Vorbereitungstermin in Uelzen werden uns unsere Gastländer genauer vorgestellt.