Rund 700 Tiere hat das Heim in Satuelle 2014 aufgenommen - darunter mehrere Schildkröten, Pferde und ein Mini-Schwein. Fast alle konnten eine neue Heimat finden. Für das Tierheim-Team bedeutet das einen Grund zur Freude, aber auch jede Menge Arbeit.

Satuelle l "Die Vermittlung läuft derzeit super, viel besser als noch 2013", erklärt Kathrin Behrends, die Leiterin des Tierheims Satuelle. "Auf diese Weise sind wir im letzten Jahr nie an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen." Von Langeweile kann allerdings auch keine Rede sein.

Allein bis Ende November fanden 214 Katzen ihren Weg ins Tierheim. Hinzu kamen 154 Hunde, 17 Zwergkaninchen, 13 Igel und viele andere mehr. Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nur um die regulären Aufnahmen, wenn zum Beispiel ein Halter seinen Schützling abgibt oder jemand ein herrenloses Tier findet.

Hinzu kommen 57 Hunde und Katzen, die die Polizei aufgelesen hat. Ebenfalls beachtlich ist die Zahl der Tiere, die das Veterinäramt aus sogenannten schlechten Haltungen befreit hat. "Diese Fälle haben 2014 deutlich zugenommen", sagt Kathrin Behrends.

Oft werden die Mitarbeiter dabei mit großem Elend konfrontiert: "Man denkt, dass man schon alles gesehen hat. Aber immer wenn man vor Ort ist, merkt man, dass das nicht stimmt." Trotzdem seien gerade diese Einsätze wichtig, weil man den betroffenen Tieren dadurch wirklich helfen könne. Mini-Schwein Rosi wurde zum Beispiel einfach auf einem Grundstück zurückgelassen, als ihre Besitzer wegzogen.

Ein anderer Fall bescherte dem Tierheim einen turbulenten Start 2014: In Oschersleben beschlagnahmte das Veterinäramt auf einen Schlag 86 Meerschweinchen, 59 Tauben, 15 Kaninchen, fünf Hunde und ein Pony (Volksstimme berichtete). "Gerade bei den vielen Meerschweinen hätte ich mit Schwierigkeiten bei der Vermittlung gerechnet", erinnert sich Kathrin Behrends. "Aber wirklich jedes hat ein neues Zuhause gefunden. Es kamen sogar extra Leute aus Leipzig hierher."

Allerdings stellte sich zwischenzeitlich ein unerwartetes Problem ein: Obwohl die Mitarbeiter die Tiere nach "Männlein und Weiblein trennten", einige vermittelt wurden, andere starben, stellte sich bei jeder Zählung das gleiche Ergebnis ein. Immer waren es exakt 86 Meerschweine. Des Rätsels Lösung: Viele der Tiere waren trächtig. So füllte der Nachwuchs die Reihen der vielköpfigen Meerschweinbande immer wieder auf.

Andere Tiere seien alte Bekannte und landeten immer wieder im Tierheim. "Sie laufen alle paar Wochen weg. Die Besitzer wissen das und passen trotzdem nicht auf", so die Tierheim-Leiterin.

Bei all dem bleibt zu bedenken, dass Kathrin Behrends die einzige festangestellte Arbeitskraft im Tierheim ist. Unterstützung erhält sie von zwei Mini-Jobbern sowie von ehrenamtlichen Helfern. Trotzdem ist sie 365 Tage im Jahr im Einsatz, bei Bedarf zu jeder Tages- und Nachtzeit. "Wenn wir die vielen Ehrenamtlichen nicht hätten, könnte sich niemand ausreichend um die Hunde kümmern", bedankt sich Kathrin Behrends bei ihren Kollegen. "Eigentlich müssten wir mindestens doppelt so viele sein."

Zumindest in der Bevölkerung stößt das Tierheim jedoch auf große Hilfsbereitschaft. "Die Zahl der Spenden ist gestiegen. Das ist super", freut sich die Leiterin. "Allerdings denken viele Menschen vorrangig an Hunde und bringen uns entsprechendes Futter." Doch auch Nager oder Großtiere wie Pferde haben Hunger.

"Wir würden uns zum Beispiel über eine Rolle Heu oder Stroh freuen. Gerne auch aus dem Vorjahr. Sie muss nicht gebracht werden, wir können sie selbst abholen", so Kathrin Behrends. Katzenstreu und -futter seien ebenfalls jederzeit begehrt. Zu den Plänen für das neue Jahr gehört vor allem die Gestaltung eines großen Katzenraumes für Freigänger. Auch dabei ist jede Hilfe willkommen. "Wir wollen aus zwei Räumen einen machen. Dafür benötigen wir zum Beispiel Fliesen oder Farbe. Generell möchten wir 2015 mehr für die Katzen tun", erklärt Kathrin Behrends. Aber auch falls jemand eine Hundehütte hat oder bauen könnte, werde sie stets dankbar entgegen genommen.

Zu den aktuellen Schützlingen des Tierheims Satuelle gehört neben 18 weiteren Hunde Doggendame Aische. Sie ist zwei Jahre alt und wurde von ihren Besitzern abgegeben, weil sie sich mit einer anderen Hündin nicht vertrug. "Rüden sind kein Problem. Menschen gegenüber ist Aische sehr lieb und zeigt keinerlei Aggressionen. Allerdings braucht sie etwas Zeit zum Kennenlernen", erklärt Kathrin Behrends.

Ein namenloser Jack-Russell-Terrier wurde dagegen von Anglern zwischen Satuelle und Uthmöden an der Ohre gefunden. Dabei trug er ein Halsband und eine Leine. Der Rüde ist etwa drei Jahre alt.

Zwergkaninchen Manfred ist der dritte im Bunde. "Er wurde auf einem Acker gefunden und ist total lieb und zahm", berichtet Kathrin Behrends.

Wer Manfred oder den namenlosen Terrier kennt oder sich für ein anderes Tier interessiert, erreicht die Einrichtung in Satuelle unter der Telefonnummer 039058/3012. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse wwww.satuelle-tierheim.de.

   

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