Mehrere Jahre hat sich die Kirchengemeinde Hakenstedt um die Sanierung ihrer Orgel in der Kirche gemüht. Gegenwärtig steht nur noch die Außenhülle, das Innenleben des Instrumentes wird umfangreich erneuert.

Hakenstedt l Die Orgel ist das eigentliche, das musikalische Herzstück jeder Kirche. Doch in der Marienkirche zu Hakenstedt bleibt sie derzeit stumm. Fachleute nämlich haben das Innere der Orgel ausgebaut und abtransportiert. Staub und Schmutz von Jahrzehnten hat sich angesammelt.

"Es muss umfassend saniert werden", sagt Kirchenälteste Daniela Gellert. Seit langem schon haben sie und der Gemeindekirchenrat sich darum bemüht, dass ihre Orgel wieder voll bespielbar gemacht wird. Fördergelder und Eigenmittel konnten dafür rekrutiert und gesammelt werden. Verschiedene Fonds stehen dafür zur Verfügung. Mittel gab es erfreulicherweise von Lotto-Toto, aus dem Orgelfonds der Landeskirche, vom Kreiskirchenamt sowie von der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz, zählt Daniela Gellert auf. Daneben setzt die Kirchengemeinde ihre gesparten Eigenmittel ein, die unter anderem noch durch den Verkauf von Kalendern ein wenig aufgestockt werden konnten. "Jede Spende ist uns willkommen. Wir freuen uns, dass viele Hakenstedter uns durch den Kauf eines Kalenders unterstützt haben", so die Kirchenälteste. Es werde auch noch weiter gesammelt.

Orgelbaumeister Jörg Dutschke aus der Altmark hat bei einer umfassenden Zustandsanalyse die Schäden genau aufgelistet.

1913/14 wurde die Orgel von der Firma Furtwängler und Hammer aus Hannover eingebaut. Das ältere Gehäuse, schätzte er, stammt vom Magdeburger Orgelbauer Böttcher. Das Instrument verfügt über pneumatische Taschenladen. Neun Register sind auf einem Manual und dem Pedal verteilt.

Allerlei Arbeit wartet auf den Fachmann, denn zahlreiche Teile sind verschmutzt, verschlissen, fehlen gar, müssen versetzt, ergänzt und erneuert werden.

An einigen Holzpfeifen hat sich der Holzwurm zu schaffen gemacht, am Spieltisch müssen die Tasten und Tastenführungen neu aufgepolstert werden, einige Register lassen sich nicht einschalten, im Pedal und Manual sind einige Töne nicht spielbar. Im Windladen fehlen Papierabdeckungen, die Taschen darin benötigen einen neuen Lederbezug. Die rund 150 Membranen der Orgel schätzt der Orgelbaumeister noch auf die Erbauerzeit. Sie müssen erneuert werden.

"Wenn alle Arbeiten sorgfältig ausgeführt und das instandgesetzte Pfeifenwerk gründlich nachintoniert und gestimmt wurde, kann die Orgel bei regelmäßiger Pflege wieder für Jahrzehnte die Gemeinde beim Gotteslob unterstützen und bei Konzerten die Zuhörer erfreuen", fasst Jörg Dutschke zusammen.

"Wir sind sehr froh, dass wir mit der Orgelsanierung unsere schöne Kirche wieder ein Stück voranbringen können", sagte Daniela Gellert. Immerhin konnte das Gotteshaus in den zurückliegenden Jahren dank der Braunschweigischen Stiftung bereits auf Vordermann gebracht werden.

Es wird allerdings noch einige Zeit ins Land gehen, bis das Innenleben der Orgel zurückkommt und eingebaut werden kann. "Die Sanierung ist bis zum Frühjahr geplant", so die Kirchenälteste. Dann muss das Gehäuse noch gereinigt werden, ehe ein Wiedereinbau erfolgen kann.

 

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