Sturmböen haben am Freitag in Teilen der Börde für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Bäume und Äste krachten auf Straßen, oder wie in Erxleben auf ein Gebäude und in eine Stromleitung. Besonders hart traf es die Grundschule in Klein Wanzleben. Hier wurde beinahe die Hälfte des Schuldachs abgedeckt. 62 Grundschüler wurden zunächst evakuiert und dann nach Hause geschickt.

Von Sabrina Krug

KleinWanzleben l Der Sturm, der gestern Vormittag laut Angaben der Magdeburger Wetterwarte mit knapp 70 km/h über die Börde fegte, hat auch in der Stadt Wanzleben - Börde für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. An der Klein Wanzleber Grundschule deckte der Sturm ein großes Stück geteerter Dachpappe ab. Nachdem sich in der dritten Unterrichtsstunde kurz vor elf Uhr erst die Regenrinne gelöst hatte und kurz darauf die herumfliegende Dachhaut gegen die Fensterfront peitschte und die Scheiben von der vierten bis zur zweiten Etage verdunkelte, mussten neben den Einsatzkräften der örtlichen Wehr um 11.16 Uhr auch die Kameraden aus Wanzleben mit der Drehleiter alarmiert werden, berichtet Feuerwehrsprecher Sven Nevermann. Insgesamt 23 Kameraden waren vor Ort, um das Gebäude zu sichern.

Während die in 15 Meter Höhe gesicherten Männer weitere lose Teile entfernen und sich um die freiliegenden Stellen kümmern mussten, wurden die 62 Grundschüler und 8 Pädagogen zunächst aus Sicherheitsgründen in die Aula, später in die benachbarte Turnhalle gebracht. "Der Rest des Flachdachs wurde mit Sandsäcken beschwert, so dass sich hier über das Wochenende nicht weitere Elemente lösen können und die Löcher vor Regen geschützt sind", berichtet Ordnungsamtsmitarbeiter Kai Pluntke.

Die unter den Dachplatten eingebaute Regensperre sei bei dem Einsatz allem Anschein nach unversehrt geblieben. Das Problem um eindringende Nässe soll bis Montag kontrolliert werden.

Deshalb sei der Schulbetrieb von den Sicherungs- und Reparaturmaßnahmen auch vorerst nicht beeinträchtigt, teilte auf Nachfrage Schulleiterin Sabine Dehnert mit, der der Schreck auch gestern Nachmittag noch merklich in den Knochen steckte. "Der Sturm hatte nicht nur ein großes Stück Dachpappe heruntergerissen, die lautstark über zwei Etagen gegen die Fenster schlug, es fielen auch Metallteile der Blitzschutzanlage und Steine vom Dach. Das war nicht ganz ungefährlich, so dass uns der Rückzug mit den Kindern in die Turnhalle vorerst als sicherste Variante erschien", berichtete sie.

Nach ersten Erkenntnissen könnte sich der entstandene Sturmschaden auf mehrere tausend Euro belaufen. "Genaueres wissen wir aber erst am Montag, wenn sich eine Dachdeckerfirma das ganze Ausmaß angeschaut hat", merkt Pluntke an. Bedenklich: Das Schuldach sei hier vor erst fünf Jahren saniert worden. Mögliche Garantieansprüche an die Baufirma wären damit abgelaufen, merkt Sabine Dehnert an.

Laut Uwe Peruth vom Deutschen Wetterdienst in Magdeburg wird es bis Mitte nächster Woche stürmisch bleiben. "Schuld daran ist das Island-Tief, das uns einen Ausläufer nach dem anderen schickt." Nachdem sich die Wetterlage gestern Abend etwas beruhigt hatte, soll heute bereits der nächste Sturm aufziehen.

   

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