Bislang noch unbekannte Schmierfinken haben auf dem neuen Autobahnabschnitt bei Colbitz sämtliche Brückenbauwerke verunstaltet. Die Landesstraßenbaubehörde sieht allerdings von einer Anzeige ab.

Colbitz l Ob Fledermausbrücke, die Überführung der Bundestraße 189 über die neue Autobahn, die Überführung der Kreisstraße 1174n oder selbst die Fahrradbrücke, die Angern und Colbitz verbindet - überall prangen die mit Farbdosen erzeugten "Botschaften". Sogar die Leiteinrichtungen für die Fledermäuse wurden von den Chaoten besprüht.

Volksstimme-Leser hat schon eher davor gewarnt

"Eigentlich hatte ich schon viel eher damit gerechnet, dass sich die Schmierfinken der Brückenbauten bemächtigen", schreibt Volksstimme-Leser Egbert Wust aus Heinrichhorst an die Redaktion, "ich habe beim Bau schon gesagt, dass man sich die teure Verklinkerung schenken kann und lieber eine nackte Betonfläche stehen lassen soll. Die Schmierfinken werden die sicher bald für sich entdecken. Dass das aber volle zwei Monate nach Freigabe der A14 erst passiert ist, wundert mich dann doch etwas."

Ob die Schmierfinken jemals ermittelt werden, wird wohl dem Zufall überlassen bleiben. "Wir haben uns entschieden, keine Anzeige zu erstatten", sagt Petra Witte von der Landesstraßenbaubehörde auf Volksstimme-Nachfrage, "Anzeigen haben auch an anderer Stelle wenig gebracht." Das Beseitigen der Schmierereien sei nicht vorgesehen. "Auch hier haben wir unsere Erfahrungen machen müssen. Die Beseitigung verursacht hohen Kosten und die Flächen werden meist nach kurzer Zeit wieder beschmiert."

Schade um die gute Arbeit, die die Autobahnbauer geleistet haben, um für rund 61 Millionen Euro Steuergelder ein schmuckes Stück Straße herzustellen.

Schade auch, dass die Verursacher der Schmierereien vermutlich straffrei ausgehen werden. Dabei sollte es doch relativ einfach sein, sie zu ermitteln. Schließlich haben sie recht offensichtlich preisgegeben, aus welchem Umfeld sie stammen und damit auch den Fußballern des 1. FC Magdeburg einen Bärendienst erwiesen.