Haldensleben l Eine funktionierende Post für das Jahr 2015 wünschte sich Regina Blenkle per Leserpost in Form einer E-Mail. "Leider macht die Deutsche Post seit dem 30. Dezember 2014 alles, um Ihre Kunden zu verärgern, denn seit diesem Tag sind alle Postkästen verschlossen", schrieb Regina Blenkle in ihrer E-Mail an die Volksstimme. Ein Zustand, der laut ihr auch noch bis zum 2. Januar vorzufinden war.

Lediglich ein kleiner "Notpostkasten" in der Postfiliale wäre zu diesem Zeitpunkt noch nutzbar gewesen. Dieser sei allerdings auch überfüllt gewesen. "Die Kolleginnen der Post haben mein vollstes Mitgefühl, denn sie sind dem `Volkszorn` ausgesetzt, dürfen sie doch keine Briefe annehmen", so Blenkle. Daher frage sie sich, wohin die Post stattdessen soll, damit sie auch sicher ankommt und wer die Kosten für eventuell entstehende Schäden übernimmt.

"Es gibt prinzipiell keine Haftung für das Abhandenkommen oder die mutwillige Zerstörung von Briefen durch Fremde", sagte Alexander Böhm, Pressesprecher der Deutschen Post. Allerdings sei die Post ein zuverlässiges Unternehmen, das stets darum bemüht sei, dass die Sendungen schnell und sicher ankommen.

Von 22 Briefkästen wurden sechs verschlossen

Anders sei der Fall bei einem Einschreiben. "Sensible Briefe, die wichtige Dokumente enthalten oder auch zu gewissen Fristen eingereicht werden müssen, sollte der Absender zu seiner eigenen Sicherheit als Einschreiben in der Filiale abgeben. Das kostet zwar etwas mehr, dafür erhält der Kunde aber auch einen Beleg und damit Sicherheit", sagte Böhm auf Anfragen.

Er widerspricht jedoch der Aussage, dass die Postangestellten am Schalter keine frankierten Briefe entgegennehmen würden. "Das machen wir schon allein aus dem Grund, weil Kunden manchmal verunsichert sind, ob der Brief auch ausreichend frankiert ist", sagte Böhm und verwies dabei auch auf die Portoerhöhung eines Standardbriefes seit dem 1. Januar von 60 auf 62 Cent.

Allerdings könnten die Postfilialangestellten tatsächlich nicht selbst die Briefkästen öffnen. Dafür seien andere Postmitarbeiter zuständig, die täglich die Briefkästen leeren und mit einem Kontrollgerät überprüfen. Neben Auffälligkeiten wie Beschädigungen und Verschmutzungen des Briefkastens würde so auch vermerkt werden, wenn dieser regelmäßig überfüllt wäre.

Auf die Frage, warum die Briefkästen in der Stadt Haldensleben verschlossen waren, weiß Anke Blenn, Pressesprecherin der Post für Sachsen-Anhalt, eine Antwort: "Es sind einfach Erfahrungswerte, die wir haben, dass in der Zeit um Silvester Briefkästen häufig durch Böller zerstört werden. Daher werden diese geleert und verschlossen. Das dient vor allem dem Schutz der Sendungen und natürlich auch der Briefkästen", erklärte sie die Maßnahme der Post. Auch würden nur punktuell Briefkästen verschlossen werden. Von insgesamt 22 Briefkästen in Haldensleben wurden sechs aus diesem Grund gesichert.

"Allerdings geben wir vorher absichtlich nicht die Standorte der geschlossenen Kästen heraus", erklärt Blenn. Demnach sei das kontraproduktiv, da dann oftmals andere, unverschlossene Briefkästen zerstört würden. Die Bereitsstellung eines neuen Briefkastens bei einer Zerstörung beläuft sich laut Blenn zwischen 500 bis 800 Euro.