Calvörde (il) l Der Ortsteil Calvörde darf künftig wieder den Namenszusatz "Flecken" tragen. Am Donnerstagabend verlas Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake bei der Zusammenkunft seines Gremiums ein Schreiben des Landkreises Börde: "Auf Antrag vom 18. November 2014 wird hiermit dem Ortsteil Calvörde das Recht auf Wiederführung der Bezeichnung , Flecken` verliehen. Das heißt, dass wir in Zukunft neben den zehn Ortsteilen nun auch den Ortsteil Flecken Calvörde haben." Den Flecken wiederzubekommen, war ein Wunsch vieler Bürger. Wichtig ist der Namenszusatz nicht nur wegen der historischen Bedeutung, sondern auch um klar zwischen dem Ortsteil Flecken Calvörde und der Gemeinde Calvörde zu unterscheiden.

Bereits 1345 bekam Calvörde zum ersten Mal diesen Namenszusatz "Flecken" und damit die Privilegien von der eigenen Gerichtsbarkeit über das Brauereirecht bis dahin, dass Calvörde schon damals +eigenen Markthandel betreiben durfte. Flecken ist eine Bezeichnung für eine kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlung.

Der Zusatz "Flecken" war im Zuge der Gemeindegebietsreform abhanden gekommen. Es war damals nur möglich, für die gesamte Gemeinde Calvörde den Namen zu beantragen. Damals lehnte der Gemeinderat diesen Antrag ab. Die Identität der Gemeinde mit den elf Ortsteilen wäre unangemessen gewesen. Nach dem neuen Kommunalverfassungsgesetz kann nun die Kommunalaufsichtsbehörde Ortsteilen, die vor einer Gebietsänderung als ehemalige Gemeinde eine sonstige überkommende Bezeichnung geführt hatten, auf Antrag der Gemeinde das Recht verleihen, diese Bezeichnung wieder führen zu dürfen.