Als freudige Botschaft hat Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates verkündet, dass dem Antrag der Gemeinde Calvörde stattgegeben wurde und sich der Ortsteil Calvörde wieder mit dem Zusatz "Flecken" schmücken darf.

Calvörde l Am Donnerstagabend verlas Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake bei der Zusammenkunft seines Gremiums ein Schreiben des Landkreises Börde: "Auf Antrag vom 18. November 2014 wird hiermit dem Ortsteil Calvörde das Recht auf Wiederführung der Bezeichnung ,Flecken` verliehen. Das heißt, dass wir in Zukunft neben den zehn Ortsteilen nun auch den Ortsteil Flecken Calvörde haben. Den Flecken wieder zu bekommen, wäre ein Wunsch vieler Bürger gewesen. Wichtig sei der Namenszusatz nicht nur wegen der historischen Bedeutung, sondern auch um klar zwischen dem Ortsteil Flecken Calvörde und der Gemeinde Calvörde zu unterscheiden.

Bereits 1345 bekam Calvörde zum ersten Mal diesen Namenszusatz "Flecken" und damit die Privilegien von der eigenen Gerichtsbarkeit über das Brauereirecht bis dahin, dass Calvörde schon damals eigenen Markthandel betreiben durfte. Flecken ist eine Bezeichnung für eine kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlung. Bis 1945 trug die Gemeinde Calvörde diese Bezeichnung.

Nach der politischen Wende war es das Bestreben der Gemeinde Calvörde, diese Tradition fortzuführen. 2001 stellte die ehemalige Verwaltungsgemeinschaft Calvörde den Antrag auf offizielle Zuerkennung der Bezeichnung. Mit Verfügung des Ministeriums des Innern des Landes Sachsen-Anhalt wurde 2002 dem Antrag mit der Feststellung entsprochen, dass dieses Recht auch bei einer etwaigen Änderung des Status der Gemeinde im Rahmen der Gebietsrefom fortbesteht. "Der Zusatz ,Flecken` war im Zuge der Gemeindegebietsreform abhanden gekommen. Es war damals nur möglich, für die gesamte Gemeinde Calvörde den Namen zu beantragen. Damals lehnte der Gemeinderat diesen Antrag ab. Die Identität der Gemeinde mit den elf Ortsteilen wäre unangemessen gewesen", erinnerte sich Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU).

Nach dem neuen Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt kann nun die Kommunalaufsichtsbehörde Ortsteilen, die vor einer Gebietsänderung als ehemalige Gemeinde eine sonstige überkommende Bezeichnung geführt hatten, auf Antrag der Gemeinde das Recht verleihen, diese Bezeichnung wieder führen zu dürfen. Diesen Antrag hatte der Gemeinderat 2014 nach einem einstimmigen Beschluss gestellt. Bis zum 30. Januar ist die Verfügung öffentlich, zum Beispiel in den Schaukästen der Gemeinde, ausgelegt, dann wird sie rechtskräftig. "Weite Dinge, die notwendig sind, wie die Änderung der Ortseingangsschilder, werden dann in Auftrag gegeben", blickte Schliephake voraus.

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