Der langjährige Ortsbürgermeister Josef Franz ist am Wochenende zum Hundisburger des Jahres ernannt worden. Die Auszeichnung nahm sein Nachfolger Nico Schmidt im Rahmen des Bürgerempfangs vor.

Hundisburg l "Josef Franz gebührt Dank und Anerkennung, er hat sich eine bleibende Erinnerung erarbeitet", erklärte Heinrich Enkelmann (Linke) beim Bürgerempfang. Im voll besetzten Saal der Gaststätte "Räuberhöhle" hielt er die Laudatio auf Josef Franz (Linke), mit dem er selbst lange Jahre kommunalpolitisch zusammengearbeitet hatte.

"Josef Franz hatte als Ortsbürgermeister kein Büro. Sein Büro war seine Wohnung, sein Auto, aber auch schon mal die Wohnung von Bürgern, die ihn eingeladen hatten, um Anliegen, aber auch Kritik anzubringen. Manchmal hatte man den Eindruck, seine Arbeit ist ein Vollzeitjob." Durch seine langjährige, ehrenamtliche Arbeit habe Josef Franz in verschiedenen Funktionen Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt saß er 25 Jahre lang im Gemeinde- und Ortsrat, war für 10 Jahre Ortsbürgermeister und ist bereits seit 21 Jahren Stadtrat - ein Amt, das er weiterhin aktiv wahrnimmt.

"Seine Kenntnisse und Erfahrungen setzte er ein, um die Arbeit des Ortsrates noch konstruktiver zu gestalten. Es wurde über die Sache diskutiert, man merkte nicht, dass Vertreter von Parteien am Tisch saßen, und das war gut so", betonte Heinrich Enkelmann. "2014 hat er nicht wieder für den Ortsrat kandidiert, gibt aber dem neuen Ortsbürgermeister und dem Ortsrat Unterstützung, wenn er gebraucht wird."

Wie sein Nachfolger Nico Schmidt (CDU) erklärte, war die Wahl zum Hundisburger des Jahres dieses Mal leicht: "Die Vorschläge waren so einstimmig, dass wird als Ortsrat nicht lange überlegen mussten." Er bedankte sich bei Josef Franz mit einer Urkunde, eine Ehrenmedaille und einem Blumenstrauß.

Der "Umbruch" innerhalb des Ortsrates kam beim Bürgerempfang mehrfach zur Sprache: "Nach der Kommunalwahl wurden über 50 Prozent des Ortsrates ausgetauscht. Ich sehe es als persönliche Herausforderung, die bisherige Arbeit fortzusetzen", erklärte Nico Schmidt. Henning Konrad Otto, der als Haldenslebens stellvertretender Bürgermeister vor Ort war, hatte jedoch gleich aufmunternde Worte im Gepäck. Aus seiner Sicht habe es nach der Wahl einen "nahtlosen Übergang" gegeben. "Der Ortsrat hat mit dem neuen Ortsbürgermeister jemanden gefunden, der nicht alles umstürzen möchte, Achtung vor der bisherigen Arbeit hat - aber gleichzeitig auch neue Ideen."

Darüber hinaus hatte Henning Konrad Otto eine weitere gute Nachricht zu verkünden: "Hundisburg hat bei den Einwohnern zugelegt. Es gab mehr Geburten als Todesfälle. Das ist sehr erfreulich." Nico Schmidt ergänzte: "Am 1. Januar 2014 hatten wir 890 Einwohner. Am 1. Januar 2015 waren es 901. Damit haben wir die magische Grenze der 900 überschritten."

Zwar seien elf zusätzliche Bürger aufs Ganze bezogen nicht sehr viel: "Aber es kommt nicht auf die Größe der Schritte an, sondern auf die Richtung", betonte der Ortsbürgermeister.

Den umfangreichsten Programmpunkt bildete der Jahresrückblick. Während entsprechende Bilder auf eine Leinwand projiziert wurden, fasste Ortschronistin Sandra Tschöke die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2014 zusammen. Dazu gehörten unter anderem die Aufstellung eines Gedenksteins zur ersten urkundlichen Erwähnung Hundisburgs im Jahr 1140, das neue Löschfahrzeug für die Feuerwehr, die Sommermusikakademie, das Friedensfest sowie die Gartenträume auf Schloss Hundisburg und die Fertigstellung des Aller-Elbe-Radweges. In einem weiteren Beitrag ging Edith Mahlow auf das vergangene Jahr aus Sicht der Selbsthilfegruppe Rückenfit ein.

"Was hier passiert ist, ist nur möglich, weil Hundisburg zur Stadt Haldensleben gehört. Wenn wir zusammenarbeiten, sind wir stark", betonte Henning Konrad Otto. Beim Ausblick auf 2015 hob er vor allem das Burgbauprojekt der Windenknechte hervor, das in diesem Jahr starten soll. "Gerade durch solche Vorhaben ist Hundisburg weit über die Region Magdeburg hinaus eine feste Größe", so der stellvertretende Bürgermeister. In Hinsicht auf andere Vorhaben sei zu bedenken, dass die Gelder seitens der EU und des Landes immer weniger würden. "Das werden wir nicht verhindern können, aber wir müssen deshalb den Kopf nicht hängen lassen", sagte Otto. Gerade im Bereich der Infrastruktur sei bereits "vieles in einem guten Zustand". "Wir können guten Mutes in die Zukunft blicken."

Zum Hundisburger Ehrenamtlichen des Jahres wurde Günter Köpp ernannt. Seit vielen Jahren leitet und dirigiert er den Männerchor "Brüderlichkeit" Hundisburg. Für dieses Engagement war Günter Köpp bereits von Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler zum Tag des Ehrenamtes ausgezeichnet worden.

Neben dem Männerchor begleiteten auch Markus Hartwig (Geige) und Leon Kocherscheid (Gitarre) von der Kreismusikschule Wolmirstedt/Haldensleben den Empfang musikalisch. Alexandra Tschöke unterhielt die Besucher mit einer Geschichte "op Platt".

Zum Abschluss rückte Nico Schmidt den bevorstehenden 875. Ortsgeburtstag in den Fokus. "Das Organisationskomitee steht, aber interessierte Bürger können sich gern weiter mit einbringen. Denn es ist ein Fest für alle. Und es wäre schön, wenn auch alle mit dabei sind", so der Ortsbürgermeister.

 

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