Acht Junior-Ranger des Naturparks haben ehrenamtliches Engagement in einem für sie interessanten Themenbereich erprobt. Die Jugendlichen leisten Umweltbildungsarbeit mit Kindern und erstellen Kartierungen. Mit ihren Arbeiten als Gesellenstücke wollen sie den Eintritt in das Team der erwachsenen ehrenamtlichen Schutzgebietsmitarbeiter schaffen.

Mannhausen/Kämkerhorst l "Natur schützen kann jeder" so lautet die Botschaft des Wettbewerbs "Wildes Deutschland". Die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) hat einen bundesweiten Wettbewerb für 50 Projekte ausgelobt. "Mit bis zu 5000 Euro werden Maßnahmen zum Schutz von Gewässern und Wäldern oder Aktionen zum Erhalt der Natur gefördert. Über die Vergabe der Gelder entschied eine zehnköpfige Jury. Sie wählte aus den 131 Ideen 50 Gewinner aus. Unsere Projekte gehören dazu", verkündete Sabine Wieter, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Naturpark.

35 Junior-Ranger sowie ihre Eltern und Großeltern verfolgten die Vorträge der jungen Naturschützer, die sich mit eigenen Projekten am Wettbewerb beteiligen. Anwesend war auch Silke Engling von der Umweltstiftung WWF Deutschland. Der Drömling und die Projekte, vor allem mit Kindern, liegen der Biologin besonders am Herzen, weil sie durch das Naturschutzgroßprojekt schon viele Jahre mit dem Drömling verbunden ist.

Auch Naturparkleiter Fred Braumann verfolgte die Vorträge zum Wiesenbrüterprojekt von Alexander Müller aus Born und Arne Schulz aus Flechtingen. Silke Engling war überrascht, mit wie viel Elan und Freude die beiden Jungen das Projekt durchführen. Weiter mit an dem Wiesenbrüterprojekt wirken seit 2014 Luca Philipp aus Flechtingen, Svenja Groneberg aus Oebisfelde und Jella Stautmeister aus Weddendorf. Das Projekt läuft noch bis Ende 2015.

Ebenso interessant waren die Ausführungen von Christian Drüsedau aus Seggerde. Der Zwölfjährige berichtete von seiner Betreuung des Krötenzaunes und der Amphibienerfassung in einem Gewässer in Seggerde. An einem alten Entwässerungsgraben erforscht er mit Hilfe von Amphibienfallen, welche Tiere sich dort ansiedelten. "Ich habe Kammmolche, Wasser-, Laub- und Teichfrösche, Stabwanzen und Gelbrandkäfer in den Fallen entdeckt", sagte er und erklärte, wie die Fallen funktionieren. "Mein großes Ziel ist es, den Lebensraum der Tiere zu erhalten und weiter zu entwickeln", betonte Christian.

Niclas Krümmling aus Bülstringen berichtete von seiner Eulenkartierung. "Ich bin schon seit 2009 bei den Juniorrangern. Ich habe Waldkäuze und Waldohreulen mit Tonaufnahmen angelockt und meine Beobachtungen dazu jeden Abend aufgeschrieben", erzählte Niclas. Ronja Weiß aus Mannhausen und Alessa Zinn aus Calvörde berichteten von ihrem Umweltbildungsprojekt in der Kindertagesstätte in Wegenstedt. Leon Jeremias aus Rätzlingen hielt einen Vortrag zu den Arbeitseinsätzen 2014.

Bei den Einsätzen dabei war auch sein Bruder Maurice. Er erzählte, dass er Infostände betreute sowie Steckbriefe von Tieren und Infotafeln von Kräutern erstellt hat. Maurice ist jetzt 18 Jahre alt. Er unterschrieb eine Vereinbarung und ist somit jetzt offiziell kein Junior-Ranger mehr, sondern ein Freiwilliger. Damit ist er im Naturpark der fünfte Freiwillige, der vorher Junior-Ranger war. Auch Claudia Klengler aus Velsdorf hat beim Projekt mitgewirkt und Eulen kartiert.

Silke Engling übergab - stellvertretend für alle - an Niclas Krümmling eine Urkunde zur Teilnahme am Projekt. Auch Anne Becker, die das Projekt für Europarc Deutschland vertritt, bedankte sich bei den Jugendlichen und hatte für jeden ein Geschenk dabei. Sie betonte, dass im Drömling das Pilotprojekt durchgeführt wurde. Es sei für alle anderen Nationalen Naturlandschaften beispielgebend. Eine Broschüre mit den Berichten und Erfahrungen wird jetzt erstellt und in allen Nationalen Naturlandschaften verteilt. Sabine Wieter hofft, dass die Jugendlichen auch über das Projekt hinaus weiter im Drömling aktiv sein werden.

Eine Geldspende übergaben Oliver Wolf, Bianca Schwartzkopff und Heike Schwark vom Chor "AllCantara" aus Oebisfelde an die Junior-Ranger. Bianca Schwartzkopff erzählte, dass die Einnahmen aus einem Adventskonzert kommen. Mit der finanziellen Zuwendung möchte der Chor die Arbeit der Junior-Ranger unterstützen.

Als Überraschung gab es für jeden Juniorranger einen Plüschfrosch mit Naturpark-T-Shirt, eine Sweatjacke und eine Regenjacke, die von der Skoda Zentrum Wolfsburg GmbH spendiert wurden. Außerdem konnten sich die jungen Naturschützer über einen Rucksack, gesponsert von der Stork Foundation, freuen. Braumann bedankte sich bei allen Unterstützern und Freunden. Die Kinder hatten für die Vögel, die im Winter kein Futter finden, Meisenknödel und Futterketten mitgebracht.

Zum Junior-Ranger ernannt wurde Clara Schiller aus Rätzlingen. Sie hat alle Aufgaben in ihrer Sammelmappe erfüllt und regelmäßig an den Treffen teilgenommen. Stolz nahm sie ihr T-Shirt und ihren Ausweis entgegen.

 

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