Haldensleben (mb) l "Ich weiß, ich bin nicht mehr alleine, ich habe Frauen, die genauso krank sind und genauso denken", sagt Katrin Neubauer. Gerade hat die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs ihren ersten Geburtstag gefeiert. Katrin Neubauer erinnert sich, dass sie sich umgehört hatte, als sie erkrankt ist, dass sie schon die Telefonnummer dabei hatte, als sie zur Reha gefahren ist. Als sie zurückkam, hat sie angerufen.

"Ich habe gehofft, gut aufgenommen zu werden, Verständnis zu finden, und das habe ich auch bekommen", sagt sie. "Hier können wir wunderbar reden." Sie habe auch schon gemerkt, wie sehr sie alle aneinander gebunden sind. Besonders oft denke sie an den Lucia-Tag, der den Frauen gewidmet ist, die an der heimtückischen Krankheit sterben. Und trotz aller Krankheit wird viel gemeinsam gelacht.

Anett Hönig und Annemarie Koppitz haben die Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs ins Leben gerufen. Hilfe haben sie dabei beim Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt und beim Landesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs gefunden.

Inzwischen geht die Gruppe ihren Weg. Die Frauen setzen zwar auch auf Erfahrungen anderer Selbsthilfegruppen, die bei Treffen ausgetauscht werden, aber sie haben auch ihre eigenen Erfahrungen gemacht.

"Wir haben uns im ersten Jahr ein bisschen viel vorgenommen", meint Anett Hönig, "wir wollen es jetzt etwas ruhiger angehen lassen." Der monatliche Treff in den Räumen des Kinderschutzbundes am Waldring ist längst ein Treff geworden, den alle brauchen. "Zwei Stunden im Monat einfach abschalten. Und wir lachen ganz viel, das tut uns gut", sagt Anett Hönig. In dem Jahr sind auch Freundschaften entstanden, es ist immer jemand da, mit dem man reden kann, wenn man jemand braucht, sagen die Frauen. Oft rufen sie auch einfach Anett Hönig an, sie ruft immer zurück, auch wenn sie gerade mal nicht ereichbar ist, wissen sie.

Zur Gruppe gehören auch nicht Erkrankte, gehören Frauen, die ihren Partner verloren haben oder deren Angehörige erkrankt sind. Vieles lässt sich einfacher verstehen und ertragen, wenn sie mit Menschen reden können, die dasselbe durchmachen. "Unsere Männer kennen sich inzwischen auch schon ganz gut, denn sie sind häufig mit dabei, wenn wir etwas unternehmen", sagt Anett Hönig. Die Männer sind für sie sehr wichtig.

In diesem Jahr wollen die Frauen auch mit einem therapeutischen Turnen nach Krebs beginnen, erzählt die Gruppenleiterin. Und sie dankt Marlis Schünemann, der Vorsitzenden des Kinderschutzbund-Kreisverbandes, denn die Selbsthilfegruppe kann nicht nur zum Monatstreff in die Räume des Kinderschutzbundes kommen, sie kann auch die Sportstunde hier absolvieren.

Wer Kontakt zur Gruppe sucht, kann Anett Hönig anrufen: 0151 18701275.