Gut vier Millionen Euro groß ist der Investitionsplan, den die Haldensleber Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in diesem Jahr "verbauen" möchte. Finanzieller Schwerpunkt ist dabei das Neubauprojekt in der Gräwigstraße.

Haldensleben l Neues Jahr, neues Glück - die Gültigkeit dieses Sprichworts steht für Harald Schmidt, Geschäftsführer der Wobau, für 2015 außer Frage. "Wir sind frohen Mutes", meint er mit Hinblick auf das größte Neubauprojekt, das unter der Federführung der Gesellschaft derzeit in Haldensleben entsteht.

Und eigentlich könnte sich Schmidt auch entspannt zurücklehnen, denn mitten im Januar herrscht noch prima Bauwetter. Kein Grund also zur Sorge, möchte man meinen. Doch es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. "Wir sind in der Gräwigstraße leider vier bis fünf Wochen im Rückstand", verweist Schmidt auf den aktuellen Baustand. Probleme bei der bauausführenden Planung hätten das Projekt zeitlich zurückgeworfen.

Dennoch ist er optimistisch, die 31 hochmodernen Wohnungen wie geplant zur Jahresmitte fertigstellen zu können. Insgesamt 31 Wohnungen - 12 Zwei-Raum-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 59 und 64 Quadratmeter, 16 Drei-Raum-Wohnungen (88 bis 100 Quadratmeter), eine Vier-Raum-Wohnung mit 101 Quadratmetern und 2 Vier-Raum-Wohnungen (115 Quadratmeter) als Reihenhaus - baut die Wohnungsbaugesellschaft Haldensleben am südlichen Rand von Althaldensleben. Nach der Grundsteinlegung für den Wohnkomplex im Juni des vergangenen Jahres sollen allein in der Gräwigstraße in diesem Jahr gut drei Millionen Euro verbaut werden.

Gut 450000 Euro werden für Instandhaltungsmaßnahmen eingesetzt, eine weitere halbe Million Euro fließt in die Modernisierung beziehungsweise Sanierung bestehender Wohnungen. Dazu zählt vorrangig die Sanierung des Wohnblocks Magdeburger Straße 19-21 in Wedringen. Hier sollen das Dach inklusive Entwässerung und die Fassade malermäßig erneuert werden. Auch die Außenanlagen werden neu angelegt und in diesem Zusammenhang auch Stellplätze für die Autos der Mieter geschaffen.

Weiterhin sollen in 37 Wohnungen in der Rottmeister- und in der Rolandstraße die Fenster erneuert werden. Bereits im vergangenen Jahr waren 50 Wohnungen im Rolandviertel von dieser Maßnahme betroffen. Ebenso werden in den Wobau-Wohnungen - egal, ob eigener Bestand oder in Verwaltung - weiterhin Rauchmelder installiert. "Diese Maßnahme wird zum 31. Dezember komplett abgeschlossen sein, so dass die Forderungen der Landes-Bauordnung von Sachsen-Anhalt dann vollinhaltlich erfüllt sein werden", versichert Harald Schmidt. Alle der gut 1800 Wohnungen, für die die Wobau zuständig ist, sind dann mit den kleinen Lebensrettern ausgerüstet.

Investiert wird auch weiter im Wohngebiet Süplinger Berg. "Peau a peau sanieren wir hier die Ver- und Entsorgungsleitungen in den Wohnblöcken. Damit werden wir in diesem Jahr auch durch sein", so der Geschäftsführer.

Auch am Waldring 113, praktisch an ihrem Geschäftssitz, will die Wobau in diesem Jahr ein erquickliches Sümmchen in die Hand nehmen. "Mit der Eröffnung des Mehrgenerationenhauses EHFA hat uns beispielsweise die Drogen- und Suchtberatungsstelle als Mieter verlassen. Auch wird der Waldring 113 derzeit als Ausweichquartier für die Erich-Kästner-Schule genutzt, doch auch sie werden irgendwann wieder in ihre Schule zurückziehen. Die Räume würden dann leerstehen", sagt Schmidt.

Doch Leerstand kann sich die Wohnungsbaugesellschaft nicht leisten, und in Absprache mit der Stadtverwaltung - immerhin ist die Wobau ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Haldensleben - wurde eine Lösung gefunden. "Sozusagen eine win-win-Situation, wie das heute so schön neudeutsch heißt", meint der Wobau-Geschäftsführer. "Wir haben unsere Mieter verloren und die Stadtverwaltung hat Probleme bei der Unterbringung von Kindern, wenn deren Tagesstätten saniert werden. Also bauen wir den Waldring 113 zu einem vernünftigen Ausweichquartier um."

Erste Begehungen mit den beteiligten Einrichtungen und den zuständigen Fachbereichen des Landkreises seien bereits durchgeführt und der Umfang der notwenigen Umbaumaßnahmen abgestimmt worden, berichtet Harald Schmidt. Immerhin sollen nach Vorstellung der Stadtverwaltung in den nächsten Jahren drei Kindereinrichtungen in Haldensleben und den Ortsteilen saniert oder gar neu gebaut werden. An Platzbedarf während der Bauphasen dürfte somit kein Mangel herrschen.