Hilfe leisten und Verantwortung übernehmen: Mit einem Vertrag sind die Grundschule "Am Wald" in Wegenstedt und das Deutsche Rote Kreuz eine enge Zusammenarbeit eingegangen. Die Kooperation bezieht sich schwerpunktmäßig auf den Aufbau und die kontinuierliche Fortführung des Schulsanitätsdienstes.

Wegenstedt l "Ich mache eine Ausbildung als Schulsanitäter, weil ich anderen Menschen in Not helfen möchte", erklärte Lisa Thielecke. Der Schulsanitätsdienst wird von ausgebildeten Schülern ehrenamtlich durchgeführt. Diese übernehmen nach ihrer Ausbildung bei Schulunfällen und anderen Notsituationen die Erste Hilfe und betreuen die Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Lutz Handschuh, Leiter der Grundschule in Wegenstedt, erklärte, wie es zu dieser Idee kam. "Wir hatten im letzten Sommer eine Projektwoche. In diesem Rahmen kam der Kontakt zum DRK Börde zustande. Hauptsächlich unsere Viertklässler belegten den dreitägigen Kurs, der auf großes Interesse stieß", erzählte Handschuh. Deshalb solle jetzt aus dem einmaligen Projekt eine dauerhafte Zusammenarbeit werden. "Wir haben zwar etliche Kinder, die in den Jugendfeuerwehren aktiv sind und so auch in Sachen Erste Hilfe Kenntnisse haben, aber der Sanitätsdienst in unserer Schule war in den letzten zwei Jahrzehnten ein bisschen in den Hintergrund getreten", blickte der Schulleiter zurück.

Und doch gab es in der Geschichte der Schule auch schon früher den Sanitätsdienst. Bis 1990 habe es an der Schule immer junge Sanitäter gegeben. Handschuh zeigte auf Utensilien aus dem Fundus der Schule, wie Armbinden und Caps.

"Wir freuen uns, diese Tradition wieder aufleben zu lassen", verkündete der Schulchef. Seit Oktober des vergangenen Jahres gibt es nun die Arbeitsgemeinschaft Schulsanitäter. Jeden Donnerstag in der sechsten Stunde schult Gina Stubbe, ehrenamtliche Gruppenleiterin, sieben Kinder in den Grundkenntnissen des Sanitätsdienstes.

"Wenn sich jemand auf dem Schulhof oder auch bei einer Klassenfahrt verletzt, können wir nach unserer Ausbildung helfen", ist sich Schülerin Laura Semmer sicher. Sie gehört mit Torben Veit, Ida Böwing, Luca Gadau, Lisa Thielecke, Sophie Göbecke und Celine Gonzack zu den ersten Schulsanitätern. Um die dauerhafte Kooperation auf eine solide Grundlage zu stellen, machte der DRK-Kreisverband den Vorschlag, einen Vertrag abzuschließen.

Ralf Kürbis, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Börde und Schulleiter Handschuh unterzeichneten den Vertrag. Kürbis bedankte sich beim Schulchef für die Möglichkeit, die Zusammenarbeit an der Schule durchzuführen. Gordon Westphal vom Jugendrotkreuz schenkte den Schulsanitätern Caps. Gina Stubbe überreichte die Ausweise.

Ursula Geisthardt vom DRK-Kreisverband übergab den jungen Sanitätern ein Starterset, zu dem Warnwesten als Erkennungszeichen und eine Tasche für das Material der Ersthelfer gehören. "Gina ist für uns eine sehr große Hilfe. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, ist bei uns willkommen", betonte Ursula Geisthardt und bedankte sich bei der jungen Frau mit dem Buch "Eine Erinnerung an Solferino" von Henry Dunant. "Es ist das Buch zur Rotkreuzgründung: In eindrucksvoller, drastisch-realistischer Weise werden Abläufe und Grauen der Schlacht eines Krieges von Henry Dunant beschrieben", erklärte Westphal.