Rätzlingen (aro) l Als der "Mann für alle Fälle" ist Wolfgang Pflügner, Hausmeister der Rätzlinger Grundschule, gestern nach 36 Jahren Dienstjahren in den Ruhestand gegangen. Dem 64-Jährigen zu Ehren veranstalteten die Kinder und Lehrerinnen eine Überraschungsshow. "Herr Pflügner, Sie haben jetzt unbegrenzt Urlaub. Und trotzdem wird es Ihnen nicht langweilig werden, Ihre Kinder und Enkelkinder warten schon auf Sie. Und auch Ihre Frau hat einige Ideen, wie Sie sich am Tag beschäftigen können", sagte Schulleiterin Petra Gericke. Sie wünschte ihm Glück für die Zukunft und bedankte sich beim "stets zuverlässigen Hausi", wie er von allen genannt wurde. "Egal, welches Problem wir hatten, Sie waren immer für uns da", schwärmte die Schulleiterin und hob die vielen Stunden hervor, die er ehrenamtlich für die Schule in Aktion war. "Uns fällt der Abschied schwer, denn wir wissen, was wir an Ihnen hatten, aber was wir kriegen, wissen wir nicht", blickte Petra Gericke voraus.

In einem Gedicht hieß es: "Hausmeister Pflügner wohnt in der Schule und geht noch nachts durchs Haus, macht sich eine Leberwurststulle und wechselt noch schnell Glühbirnen aus. Wenn Herr Pflügner mit seinem Traktor Rasen mäht, dann gibt es nur eins, dann fühlt er sich wie bei der Formel-Eins." Die Kinder sangen für ihn einen Rap: "Herr Pflügner unser bester Mann, der nicht so einfach gehn kann. Er macht sich einfach aus dem Staub, wer hat ihm das denn erlaubt?" Der Hausmeister half nicht nur den Kindern, sondern auch Lehrerinnen in der Not. So kam es, dass er nach Feierabend so manches Fahrrad oder Auto reparierte und sogar einer Lehrerin half, über ein Hoftor zu klettern. Zu den Gästen, die sich bei Pflügner bedankten, gehörte auch Jana Klein, die ihm als Vorsitzende des Fördervereins der Schule einen prallgefüllten Präsentkorb überreichte. Eine Gartenbank mit der Beschriftung "Hausmeisterbank" schenkten die Pädagogen dem Ruheständler und seiner Frau Erika. Viele Gäste sowie auch Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Silke Wolf und Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens kamen später zum Empfang, den der Hausmeister an seinem letzten Arbeitstag gab.