Bei den Haldensleber Wassersportfreunden soll 2015 das Wort "Service" noch größer geschrieben werden. Der Verein, der den Sportboothafen am Mittellandkanal betreibt, hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen.

Haldensleben l Es ist schon eine beachtliche Bilanz, die Harald Jahn, 1. Vorsitzender des Vereins Wassersportfreunde Haldensleben, und Vorstandsmitglied Bodo Lindwor für das vergangene Jahr ziehen können. "Mit etwa 1300 Boot, die bei uns im Hafen angelegt haben, liegen wir im Schnitt der Vorjahre. Auch wenn die letzte Saison nicht ganz so optimal gelaufen ist wegen der Ausbauarbeiten auf dem Kanal", zeigt sich Jahn zufrieden.

Zugenommen hat auch die Zahl der Wohnmobile, die auf dem Gelände des Sportboothafens Station machen. "Wir haben den Platz seit drei Jahren und er wird immer besser angenommen, hat sich bei den Fahrern zu einem Geheimtipp entwickelt", bilanziert Jahn stolz. Aufgenommen wurde der Stellplatz bereits in den ADAC-Wohnmobilführer.

Für die Vereinsmitglieder steht Service an oberster Stelle. "Wenn unsere Gäste Hilfe benötigen, wird sie von uns vermittelt. Wir haben einen sehr guten Draht zu Unternehmen in der Region", erklärt Bodo Lindwor und unterstreicht: "Unsere Hafenmeisterin Paula ist dabei eine große Stütze für uns."

Der Erfolg gibt ihm Recht. "Wir haben feststellen können, dass wir nicht nur mehr Gäste haben. Sie bleiben auch länger. Wir hatten im vergangenen Jahr Gäste, die 14 Tage oder auch 4 Wochen blieben", freut sich Lindwor über die Resonanz. Und dass, obwohl Haldensleben mehr oder weniger nur ein Durchgangshafen auf dem Weg von oder zu den Berliner Seen sei, wie er sagt.

Nicht nur die Stadt Haldensleben sei wegen ihrer Historie bei den Gästen beliebt. Wer Interesse hat, bekommt von den Wassersportfreunden noch im Hafen einen Stadtplan in die Hand gedrückt, der Besucher über die Rolli-Runde durch Haldensleben führt. Und die besonders gute Radweg-Anbindung wie der Aller-Elbe-Radweg lasse die Boots- und Wohnmobil-Kapitäne immer häufiger auf den Drahtesel umsteigen, meint Harald Jahn. Besonders Hundisburg mit dem Schloss, dem Park und der Ziegelei sei ein beliebtes Ausflugsziel. "Es ist ja auch unser Anliegen, die Region touristisch besser bekannt zu machen", sagt er.

Dafür wollen die 15 Vereinsmitglieder, die aus dem ganzen Landkreis kommen, noch bessere Bedingungen schaffen. Wegen der hohen Nachfrage soll auf jeden Fall kabelloses Internet angeboten werden. Zudem planen sie, ein Ver- und Entsorgungshäuschen für die Wohnmobilfahrer sowie eine zweite zusätzliche Stromsäule zu errichten. Auch ein Raum mit Waschmaschine und Trockner geschaffen werden, den die Hafengäste benutzen können, ist vorgesehen.

Einen neuen Platz bekommt das Traditionsschiff der Wassersportfreunde. Zwar bleibt die "Martha" auch künftig auf dem Trockenen, doch sie rückt ganz nah an den Mittellandkanal heran. "Sie wird mit Leuchtschrift ausgestattet und so schon von Weitem auf unseren Hafen aufmerksam machen", plant Harald Jahn.

Für diese Vorhaben ist der Verein auf die tatkräftige Unterstützung seiner Mitglieder angewiesen. "Bei uns kann jeder mitmachen. Es ist keine Voraussetzung, ein Boot zu haben", wirbt Jahn, der den Verein nicht als elitären Club verstanden wissen möchte, um Verstärkung: "Bei uns ist der Arbeiter genauso vertreten wie der Doktor. Es ist das Hobby, das uns zusammenschweißt."