In der Stadt Haldensleben sind im vergangenen Jahr weniger Raser "abgelichtet" worden als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Parksünder, die mit einem Knöllchen verwarnt wurden, ist 2014 gesunken.

Haldensleben l Mehr Geschwindigkeitsmessungen als 2013 und mehr gemessene Fahrzeuge - und trotzdem sind weniger Autofahrer im vergangenen Jahr vom städtischen Blitzer-auto "fotografiert" worden. "Das ist positiv zu sehen", kommentiert Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann die Blitzerbilanz für 2014.

Genau 202 504 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr bei 448 Messungen kontrolliert. Das waren 10 708 Fahrzeuge und 4 Messungen mehr als noch im Jahr zuvor. Allerdings wurden 2013 noch 3974 Kraftfahrer bei Geschwindigkeitsüberschreitungen erwischt, 2014 waren es 3458. Die Mehrzahl der Temposünder, genau 3289 (Vorjahr 3818), kam mit einem Verwarngeld davon - sie waren bis zu 20 km/h zu schnell. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Kraftfahrer, die mit mehr als 21 km/h geblitzt wurden. Ihre Zahl stieg von 156 im Jahr 2013 auf 169 in 2014. Diese Fahrer müssen nicht nur ein Bußgeld zahlen, sondern auch mit Punkten in Flensburg rechnen. Sie werden in das Fahreignungsregister eingetragen, das zum 1. Mai 2014 das Verkehrszentralregister abgelöst hat. Der Rückgang bei den Temposündern hat aber auch finanzielle Auswirkungen. So wurden im vergangenen Jahr 74 324,20 Euro eingenommen, 2013 waren es noch 81 855,13 Euro.

Die Messstellen liegen über das ganze Stadtgebiet und die Ortsteile verteilt. Schwerpunkte gibt es laut Zimmermann nicht. "Wenn wir Hinweise auf Geschwindigkeitsüberschreitungen bekommen, gehen wir diesen Hinweisen nach und kontrollieren in diesen Bereichen verstärkt. Jede Messstelle muss aber im Vorfeld von uns mit dem Technischen Polizeiamt abgestimmt werden", erklärt er. Den "Service", wonach die Standorte des städtischen Blitzerfahrzeuges auf der Internetseite der Stadtverwaltung zu finden sind, gibt es mittlerweile nicht mehr.

Ebenso wie die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen sind auch die geahndeten Parkverstöße gesunken. 13 459 Mal bekamen Parksünder im Jahr 2013 ein Knöllchen, im vergangenen Jahr wurden 12 813 Strafzettel verteilt. Hauptdelikt ist nach wie vor das Parken ohne Parkscheibe. 2014 wurden 4844 Fälle geahndet, bei denen die Autos ohne Parkscheibe abgestellt wurden - das sind 132 Fälle weniger als noch 2013.

Weniger Fälle, dennoch höhere Einnahmen

Deutlich weniger Autofahrer wurden 2014 beim Parken im eingeschränkten Halteverbot erwischt. Von 2072 (im Jahr 2013) verringerte sich die Zahl auf 1586. Ebenso rückläufig sind die festgestellten Fälle beim Überschreiten der Höchstparkdauer (2013: 1589 Mal; 2014: 1361), beim Parken auf dem Gehweg (1435 zu 1328), beim Parken im absoluten Halteverbot (895 zu 597) und beim falschen Einstellen der Parkscheibe (617 zu 553).

Unterm Strich gesehen haben sich die Einnahmen aus den Verstößen beim ruhenden Verkehrs allerdings erhöht. Nahm die Stadt Haldensleben 2013 noch 184 742,50 Euro von Parksündern ein, so waren es im Folgejahr 192 196,11 Euro. "Die Mehreinnahmen kamen trotz sinkender Fälle wegen der Novellierung des Bußgeldkataloges zum 1. Mai 2014 zustande. Dadurch wurden einzelne Tatbestände mit einem höheren Bußgeld belegt als vorher", nannte Lutz Zimmermann die Gründe für die höheren Einnahmen.