Die Rogätzer Drittklässler wurden jetzt von ihrer Vergangenheit eingeholt. Schuld daran ist eine Flaschenpost, die sie im Sommer 2012 kurz vor ihrer Einschulung in der Elbe schwimmen ließen.

Rogätz l Es kommt nicht häufig vor, dass die Rogätzer Kita "Elbespatzen" Post von der Bundeswehr bekommt. "Deshalb habe ich den Brief auch mit etwas Verwunderung geöffnet", erzählt Kita-Erzieherin Gabi Hom. Doch was sie da las, erfüllte sie mit noch mehr Verwunderung und mit großer Freude.

Im Brief teilte ihr Stabsfeldwebel Maik Albrecht von der Bootsfahrschule auf dem Truppenübungsplatz Klietz mit, dass die Soldaten eine Flaschenpost der Rogätzer Kinder gefunden haben.

"Wir hatten wie in jedem Jahr unsere Vorschulkinder mit einer Projektwoche verabschiedet", erinnert sich Gabi Hom an den Sommer 2012. Das Projekt stand unter dem Motto "Piraten". Zu den vielen Abenteuern zählte auch das Verfassen einer Flaschenpost. "Dazu haben wir eine Saftflasche mit Schraubverschluss verwendet", berichtet die Erzieherin. Bevor das Schriftstück in die Flasche kam, schrieben alle Kinder ihren Vornamen auf. "Das konnten sie schon vor der Einschulung", so Gabi Hom. Zusätzlich setzten die Mädchen und Jungen ihre Fingerabdrücke darauf. Die Erzieherin versah den Brief noch mit der Adresse der Rogätzer Kita, rollte das Papier zusammen, schob es in die Flasche und verschloss diese.

"Dann sind wir zum Fähranleger gelaufen und haben uns von Fährmann Marko Knuth übersetzen lassen. In der Mitte der Elbe ließen wir die Flasche dann schwimmen."

Doch die Flaschenpost folgte offensichtlich nicht ganz dem Strom, denn sonst wäre sie irgendwann in Hamburg angeschwemmt worden.

"Wir haben sie an der Elbe-Havel-Schleuse gefunden", erzählte Stabsfeldwebel Maik Albrecht den Rogätzer Kindern bei einem Besuch am Dienstag im Hort. Dorthin hatte Gabi Hom alle Mädchen und Jungen ihrer ehemaligen Kita-Gruppe bestellt. "Bis auf drei Ausnahmen, die sich im Urlaub befinden, waren alle da", freute sie sich.

Maik Albrecht unterhielt sich lange mit den jetzigen Grundschülern. Er vermutet, dass die Flasche durch das Hochwasser im Jahr 2012 einen ganz unüblichen Weg genommen hat und deshalb jetzt in der Elbe-Havel-Schleuse zum Vorschein gekommen ist. Auch für die Soldaten aus der ganzen Bundesrepublik, die an der einzigen Bootsfahrschule der Bundeswehr in Klietz ihre Ausbildung absolvieren, war der Fund eine kleine Sensation.