Der Großbrand einer Lagerhalle für Strohballen zwischen Wegenstedt und Calvörde hat in der Nacht zum Donnerstag 60 Feuerwehrleute in Atem gehalten. Die ganze Nacht hindurch kämpften sie gegen die Flammen und konnten ein Übergreifen auf den umliegenden Wald verhindern. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Wegenstedt (tj/muß/jel) l Meterhohe Flammen, lautes Knistern von loderndem Feuer. Als die ersten Feuerwehrleute am späten Mittwochabend bei der alten Lagerhalle an der Landesstraße 24 zwischen Calvörde und Wegenstedt ankommen, ist schon absehbar: Das Gebäude ist nicht mehr zu retten. Da sich in der Lagerhalle insgesamt knapp 440 Strohballen befanden, konnten sich die Flammen in Windeseile ausbreiten. Den eingesetzten Kameraden aus Calvörde, Wegenstedt, Flechtingen und Mannhausen blieb nichts anderes übrig, als ein Übergreifen der Flammen auf den nahen Wald mit zur Brandzeit relativ trockenen Bäumen zu unterbinden. Dazu mussten von den Feuerwehrleuten auch mehrere der umstehenden Bäume sicherheitshalber gefällt werden.

Als größtes Problem während des Einsatzes stellte sich dabei die Wasserversorgung heraus. Denn im Umkreis von mehreren Kilometern gibt es keinen Löschteich. Deswegen musste das Wasser über mehrere tausend Meter zum Brandort geleitet werden. "Die Wasserversorgung ist problematisch, weil sich der Brandort außerhalb befindet. Wir haben einen sogenannten Pendelbetrieb eingerichtet", erklärte Oberbrandmeister Ingo Lühr dazu. Das was die Feuerwehren bei Übungen immer wieder trainieren, klappte auch auf Anhieb reibungslos.

Zusätzliche Gefahr ging für die Einsatzkräfte von den Asbestplatten aus, die ringsum am Gebäude verschraubt waren und im Laufe des Brandes herunterfielen. Im Inneren des Gebäudes konnten keine Löscharbeiten vorgenommen werden. "Da kann keiner rein, das ist viel zu gefährlich für die Einsatzkräfte", erklärte Flechtingens stellvertretender Gemeindewehrleiter Maik Wellmann.

Was die Brandursache angeht, herrsche noch Unklarheit, sagte ein Polizeisprecher gestern. Da die Lagerhalle nicht an das Stromnetz angeschlossen war, könne ein technischer Defekt oder ein Kurzschluss ausgeschlossen werden. Deswegen geht die Polizei derzeit von Brandstiftung aus. Bei der Brandbekämpfung sei niemand verletzt worden, so der Polizeisprecher weiter. Es sei jedoch noch nicht auszuschließen, dass sich Personen in dem Objekt befanden. Zur Höhe des Sachschadens liegen derzeit noch keine Angaben vor.

Den ganzen Donnerstag über waren noch Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zur Nachaufsicht und Brandursachenermittlung vor Ort. Am Ende blieb jedoch nur ein riesiger Haufen Asbest-Sondermüll übrig, der in den kommenden Tagen von einer Spezialfirma entsorgt werden wird.

   

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