Erxleben l Die unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen für die Nutzung der Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser in den Orten der Gemeinde Erxleben gaben wohl den Anlass, dass der Gemeinderat eine neue Entgeltordnung für deren Nutzung noch nicht beschließen konnte.

Die Ratsmitglieder hatten zur jüngsten Sitzung eine entsprechende Vorlage zur Diskussion und Beratung auf dem Tisch. Die war in der Verwaltung vorbereitet worden mit dem Ziel, eine einheitliche Entgeltordnung für alle öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde Erxleben zu erarbeiten.

Da die Bewirtschaftungskosten so unterschiedlich wie die Nutzungen und damit die Auslastungen ausfallen, ist es sehr schwierig, eine einheitlich Linie zu finden. Darin waren sich alle Gemeinderatsmitglieder einig. Doch sie stimmten auch darin überein, dass die Bürgerhäuser in den Dörfern oft das kulturelle Zentrum darstellen und auch Privatpersonen die einzige Möglichkeit bieten würden, größere Feiern auszurichten.

Die Unterschiedlichkeit tritt deutlich zutage, wenn man sieht, dass Groppendorf lediglich zweimal im vergangenen Jahr genutzt wurde, Erxleben hingegen 36 Mal. "Dabei darf man aber nicht vergessen, dass unsere Feuerwehr das Bürgerhaus ebenfalls nutzt", sagte Gemeinderat Steffen Koch (SPD) aus Groppendorf.

Dass solche Häuser immer mit einem Minus betrieben werden, das müsste jedem klar sein, meinte Wolfgang Wenkebach (CDU). Doch als kulturelles Zentrum könnten die Einrichtungen auch in den kleinen Dörfern nicht unterschätzt werden. Kinder wie Senioren würden davon einen Nutzen haben.

Dass viele Häuser mehrfach genutzt werden, wie beispielsweise von der Feuerwehr oder den Sportler, ist kein Geheimnis. "Ich begrüße es grundsätzlich, dass wir hier eine Gleichbehandlung anstreben", sagte Ottfried Dorok (FUWG Erxleben). Schließlich ging es um eine faire Behandlung aller Einwohner. Er sprach sich jedoch für die Ausarbeitung einer einheitlich Bemessensgrundlage aus. Es müsse für jeden Bürger klar ersichtlich sein, wie die Benutzungsgebühr zustand kommt.

Dem schloss sich Gemeinderat Burkhard Kuthe (SPD) an. Ohne einen einheitlichen Maßstab ginge es nicht, meinte der Klein Bartensleber. Eine pauschale Festlegung sei nicht möglich, da dann die erhobenen Kosten nicht zu belegen seien.

Steffen Jacobs (Wir Bregenstedter) ärgerte sich darüber, dass wieder mal alles auf die Bürger umgelegt würde. "Ich bin strikt dagegen", sagte das Bregenstedter Ratsmitglied, denn wieder einmal werde das schwächste Glied der kette belastet.

Dieses Argument konnte Bürgermeister Gerhard Jacobs zwar nachvollziehen, erinnerte aber trotzdem an das Minus im Erxleber Haushalt. "Wir sind angehalten zu sparen", sagte er. Die Sportlerheime und Kegelbahnen seien die nächsten, über die beraten werden müsste.