Eine Kirchenbank hat die Wolmirstedterin Waltraud Wolff in der Hödinger Kirche "gekauft". Damit hat die Bundestagsabgeordnete der SPD ein vor längerem gegebenes Versprechen eingelöst, die Restaurierung zu unterstützen.

Hödingen l "Sie dürfen natürlich nicht davon ausgehen, dass ich jetzt bei jedem Sonntagsgottesdienst auf meiner Bank sitzen werde", scherzte Waltraud Wolff mit den Hödingern. Die SPD-Bundestagsabgeordnete hat für die Summe von 1500 Euro symbolische eine der Hödinger Kirchenbänke, die es noch zu restaurieren gilt, erworben. Damit unterstützt die Abgeordnete aus Wolmirstedt die Bemühungen der rührigen Kirchengemeinde, die umfangreiche Sanierung ihres Gotteshauses mit Eigenmitteln finanzieren zu können.

"Ich fand die Idee von Pfarrerin Esther Spenn so gut, die Kirchenbänke zu ,verkaufen`, dass ich spontan meine Hilfe zugesagt habe", sagte Waltraud Wolff. Aus der Idee, ihre ganze Fraktion zu beteiligen, wurde allerdings nichts, dafür ergriff die Wolmirstedterin nun selbst die Initiative und langte kräftig in ihre Spendenbüchse. "Dafür werde ich nun in diesem Jahr einige kleinere Spenden auslassen müssen, denn so dicke habe ich es auch nicht", so die Politikerin, doch diese Initiative der kleinen Kirchengemeinde habe sie sehr gern unterstützt.

Wie gut ihre Bereitschaft bei den Hödingern ankam, zeigten die Frauen und Männer ihr ganz spontan. Sie erhielt als Dankeschön eine selbstgebastelte Miniaturbank mit einer sitzenden Frau sowie eine Chronik von Hödingen überreicht.

Den Besuch nutzte Waltraud Wolff, um sich vom Fortgang der Arbeiten zu überzeugen. Immerhin schon seit 2009 bemühen sich die Hödinger intensiv um eine Restaurierung ihrer Kirche. Die kleine Gemeinde möchte nicht nur für sich selbst eine ansehnliche Kirche haben, sondern diese inbesondere auch für Radfahrtouristen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze öffnen.

Da allerdings schon der erste Bauabschnitt sehr viel länger und kostenintensiver wurde als geplant, gibt es noch sehr viel zu tun am und im Gotteshaus. Dafür werden kräftig weiter Spenden gesammelt und Fördermittel beantragt. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung etwa ist mit im Boot.

"Unsere Kirchenbänke könnten auch von ganzen Familien, Straßenzügen, Fraktionsgruppen, Vereinen oder Institutionen erworben werden", schlug Pfarrerin Esther Spenn vor. Dann könnte die doch recht stolze Summe von 1500 Euro auf breite Schultern verteilt werden.

Was schon jetzt regen Zuspruch findet, ist der symbolische Erwerb der rund 800 Sterne, die vom hölzernen Tonnengewölbe herab auf die Kirchenbesucher strahlen.

Im Zuge der Restaurierung traten erste Malereien bis ins Detail an der Decke zutage. Diese sollen nun von der Werkstatt für Denkmalpflege Quedlinburg schrittweise wieder hervorgeholt und lebendig gestaltet werden.

Ein Stern ist zum erschwinglichen Preis von 50 Euro zu haben. "Ich habe mir schon drei reserviert, für jeden meiner Enkel einen", sagt Karin Schöttner vom Gemeindekirchenrat. Sie hat noch viele gute Ideen, wie die Kirchengemeinde den Fortgang der Bauarbeiten unterstützen kann. "Der Verkauf von Orgelpfeifen beispielsweise wäre auch so eine Idee von mir", sagt sie. Seit Jahrzehnten schon kümmert sie sich um die Hödinger Kirche, hängt mit Leib und Seele daran, dass es vorangeht und die Kirche einmal wieder in altem Glanz erstrahlen wird.

Dabei sind dessen Mitglieder und viele Hödinger ohnehin schon sehr fleißig. Wo immer beim Ausräumen oder Freilegen Eigenleistungen möglich sind, packen die Einwohner kräftig zu. Wie viele Stunden und finanziellen Leistungen auf diese Art und Weise schon zusammengekommen sind, lässt sich nur erahnen.

In diesem Jahr wird es auf jeden Fall wieder das Johannisfest geben - am 4. Juli ist es geplant. Und auch das Dresdner Quartett, das letzten Sommer ein Konzert im Freien gab, möchte wiederkommen.