Die Hilfequote in Sachsen-Anhalt


  • Deutschland: 15,3 Prozent

  • Westdeutschland: 13,4 Prozent

  • Ostdeutschland: 23,6 Prozent

  • Sachsen-Anhalt: 26 Prozent

  • Dessau-Roßlau: 29,4 Prozent

  • Halle: 34,3 Prozent

  • Magdeburg: 30,8 Prozent

  • Kreis Salzwedel: 19,6 Prozent

  • Anhalt-Bitterfeld: 27 Prozent

  • Börde: 16,5 Prozent

  • Burgenlandkreis: 26,3 Prozent

  • Jerichower Land: 19,6 Prozent

  • Mansfeld-Südharz: 28,3 Prozent

  • Saalekreis: 22,9 Prozent

  • Salzlandkreis: 28,9 Prozent

  • Kreis Stendal: 28,1 Prozent

  • Kreis Wittenberg: 23,6 Prozent

Landkreis Börde l Die sogenannte Hilfequote der unter 15-Jährigen sinkt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Magdeburg hervor. Hilfequote beschreibt den Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung, die in Bedarfsgemeinschaften - also Familien, die Hartz IV erhalten - leben.

Demnach lag im Landkreis Börde die Hilfequote im Jahr 2014 bei 16,5 Prozent. Fünf Jahre zuvor lebten noch 20 Prozent der unter 15-Jährigen in Bedarfsgemeinschaften. "Dahinter steckt die zielgerichtete Arbeit des Jobcenters mit den Betroffenen und die positive Arbeitsmarktsituation", erläutert Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur, die Entwicklung.

Zum Stichtag am 30. Juni vergangenen Jahres bezogen 3477 Kinder im Landkreis Börde die staatliche Grundsicherung. Im Vergleich zu anderen Landkreisen in Sachsen-Anhalt waren das verhältnismäßig wenig, geht es nach dem Geschäftsführer des Jobcenters Börde, Wolfgang Schumacher, aber noch deutlich zu viel.

"Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung wollen und können wir mit der Situation von arbeitslosen Alleinerziehenden und Familien mit arbeitslosen Elternteilen nicht zufrieden sein", so Schumacher. Gerade diese Personengruppen bräuchten intensive Unterstützung, weil ihnen bei der Aufnahme einer neuen Arbeit oftmals besonders viele Hürden im Weg stehen, so der Jobcenter-Chef weiter.

Matthias Kaschte warnt: "Durch die Eltern werden die Weichen für die Zukunft der Kinder gestellt. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Familien sind aber einige von ihnen von Ausgrenzung und Stigmatisierung bedroht." Besonders gefährdet seien Kinder, deren beide Eltern arbeitslos sind oder die bei einem Elternteil aufwachsen, das keinen Job hat, so der Chef der Magdeburger Arbeitsagentur.

Langzeitarbeitslose sind schwer zu integrieren

Denn neben den individuellen Problemen würden Vorurteile eine nachhaltige Integration von Hartz IV-Empfängern erschweren. Studien würden zeigen, dass Arbeitgeber den arbeitslosen Eltern häufig mit Misstrauen begegnen würden. Allerdings würden Arbeitsagentur und Jobcenter insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei der Integration von Langzeitarbeitslosen verstärkt unterstützen, so Kaschte weiter.

An der Stelle setzt auch ein neues Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit an. Dabei werden ehemalige Arbeitslose über die Vermittlung einer neuen Stelle hinaus auch an ihrem Arbeitsplatz weiter betreut.