Das Wettschießen um Schweinefleischpreise hat im Rätzlinger Schützenverein für Vereinsmitglieder und deren Gäste bereits Tradition. Der Reiz des Wettkampfes und ein schmackhafter Pfanneninhalt lockten wieder 51 Frauen und Männer ins Schützenhaus.

Rätzlingen l Ein Stück vom Schwein gab es ganz nach Talent und Glück, beim Wettschießen im Domizil der Rätzlinger Schützen zu gewinnen. Unter den 51 Teilnehmern waren nicht nur Rätzlinger, sondern zum größten Teil reisten Freunde der Schützenvereine aus Flechtingen, Erxleben, Oebisfelde, Ochtmersleben, Mieste, Oebisfelde, Wegenstedt und sogar aus Neuenhofe an.

Schon seit Urzeiten ist es ein Instinkt der Männer, im Wald auf die Jagd nach Wild zu gehen. Schließlich mussten sie ihre Sippe ernähren. Beim Schweineschießen hatten auch die Frauen die Finger am Abzug. Mit Adleraugen peilten auch die Damen das Ziel an. Nun wird beim Rätzlinger Verein nicht auf freilaufende Wildschweine geschossen, sondern auf Pappscheiben.

"Jeder hat zehn Schuss. Die besten Teiler zählen", erklärte Christa Still vom heimischen Verein. Die besten Schützen wurden mit großen Stücken vom Hausschwein belohnt.

Zum beliebten Schweineschießen lädt das Rätzlinger Schützenvolk schon seit der Wende ein. In den Anfangsjahren hatten die Schützen die Schweine, die als Trophäen geteilt und verteilt wurden, selbst geschlachtet. Heute wird das Fleisch eingekauft.

Die Konkurrenz beim Schießen an den zwei Wettbewerbstagen war groß. So mancher startete gleich mehrere Versuche, an einen Festtagsbraten zu kommen. Die Teilermaschine war der unbestechliche Schiedsrichter des Auswerters. Hundertstel Millimeter genau wurde der Abstand des Einschusses vom Zentrum technisch über einen Exzenter festgestellt.

In den Schießpausen saßen die Gäste in gemütlicher Runde beieinander, um zu plaudern und den selbst gebackenen Kuchen der Schützenschwestern zu genießen.

Groß war die Spannung vor der Siegerehrung. In diesem Jahr hatte nämlich eine Frau als erfolgreichste Schützin den Finger am Abzug. Steffi Klatt schoss sich mit ruhiger Hand auf den ersten Platz. Stolz nahm die Miesterin eine große Schweinehinterkeule als Siegertrophäe in Empfang. Der Erxleber Helmut Behrends freute sich über den zweiten Platz. Zielsicher schoss sich Michael Lembke aus Mieste auf den dritten Platz.

"Die Schützen bereichern mit ihren Veranstaltungen das Miteinander in unserem Ort. Das Schweineschießen ist für mich ein Muss", beschrieb Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens, der selbst zum Luftgewehr griff und den fünften Platz belegte. Im vergangenen Jahr war er noch auf Platz 18. Stolz konnte auch der Ortschef einen Preis mit nach Hause nehmen.

"Ein Dankeschön geht an die Rentner von Rätzlingen. Die Senioren schießen zwar nicht mit, aber sorgen stets für Geselligkeit und verbreiten immer gute Laune", erklärte Christa Still.

Genesungswünsche gingen an Ralf-Peter Segeler, dem Vorsitzenden des Schützenvereins Rätzlingen. Sicher wird der Schützenchef beim nächsten Fest wieder voller Tatendrang dabei sein.

Ein großes Schützenfest planen die Rätzlinger nämlich für Sonnabend, 9. und für Sonntag, 10. Mai. Das schießfreudige Volk hofft, dass wieder recht viele Gäste aus nah und fern im Mai mitfeiern.

Bilder