Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hat den Kronenschnitt der Linden auf dem Behnsdorfer Friedhof gestoppt. Wegen ihrer Länge zählt die Baumreihe bereits als Allee und unterliegt besonderen Schutzbestimmungen.

Behnsdorf l Von "Endlich passiert etwas" über "Man konnte ja schon nicht mehr sicher den Friedhof betreten" bis "So ein Baumfrevel, die schönen Bäume" reichten die Kommentare der Behnsdorfer, nachdem die Gemeinde Flechtingen mit Baumpflegemaßnahmen an den mächtigen Linden auf dem Behnsdorfer Friedhof begonnen hatte.

Dabei stand für Flechtingens Bürgermeister Dieter Schwarz fest, dass bei den rund 50 bis 100 Jahre alten Linden unbedingt Handlungsbedarf besteht, denn im vergangenen Dezember kam es bereits zu mehreren gefährlichen Situationen durch herabfallendes Astwerk.

"Für normale Linden sind die Bäume entlang des Hauptweges extrem hoch", sagte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates der Ortschef und informierte dabei, dass noch im Februar mit umfangreichen Pflegemaßnahmen begonnen werden müsste. Als Ausweg stimmte der Rat einer Kappung der Linden in einer Höhe von etwa sechs Metern zu.

Das Thema ist nicht neu, schon vor drei Jahren wurde darüber im Gemeinderat diskutiert. Aber die im Jahr 2012 vorgenommenen Auslichtungen der Bäume brachten nicht den gewünschten Erfolg, so dass erneut Handlungsbedarf bestand.

Die nun eingeleiteten umfangreichen Pflegemaßnahmen blieben nicht unbeobachtet. "Das sind keine Pflegemaßnahmen, das sind richtige Kappungen, die das Todesurteil für die Bäume bedeuten", sagte Andreas Moex.

Der Behnsdorfer ist verärgert, denn "das Kronenverhalten ändert sich mit solchen Radikalfällungen extrem". Wurzeln, Blattwerk und Gehölz bilden eine Einheit, fällt das eine, kippt auch das andere System in dem Kreislauf, weiß er aus Erfahrung und dem Internet.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises schaltete sich nach Hinweisen aus Behnsdorf ein und stoppte kurzfristig das ganze Vorhaben.

Für die Behörde ist entscheidend, und darüber war die Gemeinde unwissentlich gestolpert, dass es sich bei den Lindenbäumen auf dem Friedhof von ihrer Größe und Länge her schon um eine Allee handelt, deren Charakter besonders schützenswert ist. Ohne Zustimmung seitens der Behörde darf da nichts unternommen werden.

"Wir haben als Gemeinde unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen."

Bürgermeister Dieter Schwarz

"Wir haben als Gemeinde unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, und ich sah dringenden Handlungsbedarf", erklärte auf Nachfrage Bürgermeister Dieter Schwarz, der nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe, da solche Pflegearbeiten überhaupt nur bis Ende Februar möglich sind.

Die Bäume entlang des Friedhofsweges seien seinerzeit viel zu dicht nebeneinander gepflanzt, dadurch extrem in die Höhe geschossen und in der Vergangenheit nicht oder nur unzureichend gepflegt worden, sagte der Ortschef.

Sie in der Höhe zu kappen, sollte einen neuen Kronenaufbau zur Folge haben, wohl wissend, dass sich der Pflegeaufwand in den Folgejahren damit deutlich erhöhen würde und regelmäßig erfolgen müsse.

Bei einem eilends einberufenen Vor-Ort-Termin mit der Naturschutzbehörde wurde nun vereinbart, dass die restlichen acht, noch unbeschnittenen Linden an der Trauerhalle stehen bleiben sollen.

Bleibt zu hoffen, dass von ihnen nicht auch Äste herabstürzen und jemanden treffen, der sich gerade darunter befindet. Denn dann wäre die Gemeinde diejenige, die im Schadenfall belangt werden kann, hieß es.