Hohenwarsleben l Einmal wie kleine Handwerker mit Holz zu arbeiten, darauf hatten sich die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Hohenwarsleben schon tagelang gefreut. Wie die Erzieherinnen bestätigten, machte sich schon eine gewisse Aufregung breit, bevor der "Holz-Andi" alias Andreas Julke in die Einrichtung kam.

Und dann ging es zu wie in einer Winterwichtelwerkstatt. In einer Geschichte - von "Andi" höchstpersönlich erzählt - lernten die "Sonnenschein"-Kinder zunächst den Schneemann, den Hund, den Pinguin und den Winter-Andi kennen. Da der Schneemann Geburtstag hatte durfte er sich etwas von seinen drei Freunden wünschen - so zum Beispiel vom Hund die Ohren.

Nach Belieben durften die Kinder im Anschluss die Figuren aus der Geschichte gestalten. Ganz individuell verwandelten sich so die Rohlinge, die "Andi" mitgebracht hatte. Doch die Mädchen und Jungen durften die Figuren nicht nur bemalen, denn wenn "Andi" in seine mobile Werkstatt öffnet, stehen auch Sägen, Schleifen, Bohren und Kleben auf dem Programm. So soll nicht zuletzt die Motorik der Knirpse geschult werden. "Wir überbrücken die Trocknungsphase der Farbe und sägen die Geschenke zurecht, von denen ich auch in der Geschichte erzählt habe", erklärte Andreas Julke, der entsprechende Vorrichtungen im Gepäck hatte.

Nachdem die Figuren getrocknet waren, wagten sich Stella, Anna, Diego und ihre Freunde selbst an die Bohrmaschine, schließlich brauchte beispielsweise der Hund ein Loch, in das der Schwanz aus Pfeifenreinigern eingeklebt werden konnte. Beim Rohling des Schneemanns hatte "Andi" bewusst die Löcher für die Arme vergessen.

Und immer war viel Raum für Individualität gegeben, denn nicht nur die Auswahl der Farben war groß, sondern auch Zubehör stand in großer Vielfalt bereit. "Man kann beobachten, dass einige Kinder genau nach dem Muster arbeiten und andere viel Kreativität walten lassen", fügte Andreas Julke hinzu, der dieses auch schon in vielen anderen Einrichtungen sehen konnte. Doch er weiß auch, dass die Zusammenarbeit mit den Erziehern während so eines Projekttages wichtig ist. "Ich bin ja fremd hier und sie bauen mir eine Brücke zu den Kindern", so Andreas Julke, der den Hohenwarsleber Erzieherinnen ein Lob für ihre gute Mitarbeit aussprach. Die Begeisterung war ebenso bei den Erzieherinnen groß, als sie ihre "Kinder" fleißig wie Wichtel arbeiten sahen. "Bohren und sägen - das macht man ja nicht alle Tage", sagte Erzieherin Annika Zentel.

Und vielleicht dürfen die Hohenwarsleber "Sonnenschein" -Kinder irgendwann noch einmal ihr handwerkliches Geschick zeigen, wenn "Holz-Andi" mit einem anderen Projekt erneut zu Gast ist.

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