Nach dem Brand im Sportlerheim des SV Blau-Gelb Uthmöden/Satuelle kurz vor dem Jahreswechsel sind die Sanierungsarbeiten mittlerweile angelaufen. Rund 43500 Euro kostet die Beseitigung der Schäden.

Uthmöden/Haldensleben l "Wir stecken voll in der Sanierung", umreißt Ulf Dreyer, Sachbearbeiter für Jugend und Sport in der Stadtverwaltung Haldensleben, kurz und knapp die derzeitige Situation am und im Sportlerheim in Uthmöden. Einbrecher hatten das Vereinsdomizil vermutlich über die Weihnachtsfeiertage heimgesucht und anschließend Feuer gelegt.

Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft

"Wir können Brandstiftung als Ursache für das Feuer bestätigen. Aber nicht, um das Gebäude zu zerstören, sondern um die Spuren des Einbruchs zu verwischen", erklärt Joachim Albrecht auf Volksstimme-Nachfrage. Wie der Sprecher des Polizeireviers Börde Haldensleben weiter sagt, hätten aufgrund der Spurenlage allerdings keine Tatverdächtigen ermittelt werden können. "Wir haben den Fall jetzt an die Staatsanwaltschaft abgegeben", nennt Albrecht den aktuellen Stand in diesem Fall.

Von außen betrachtet, hat das Vereinsheim bis auf die typischen Einbruchsspuren an der Eingangstür kaum Schaden genommen. Im Inneren bot sich dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Dietmar Kruse, der den Brand am 27. Dezember entdeckt hatte, allerdings ein verheerendes Bild. "Nach dem optischen Eindruck ist das Innere des Hauses Schrott", urteilt Dietmar Kruse damals, als er den Schaden erstmals sah. "Es ist unser Glück, dass die Gebäudehülle wahrscheinlich zu retten ist."

Diesen Eindruck hat auch der Sachverständige geteilt, der für die Versicherung den Schaden vor Ort begutachtet hat. "Das lief alles innerhalb kürzester Zeit und völlig ohne Probleme", sagt Ulf Dreyer. Nach der Schadensaufnahme habe die Versicherung auch unverzüglich eine Firma mit der Beseitigung der Schäden beauftragt. "Die hat sich auf Brandschäden spezialisiert und weiß genau, was zu tun ist", so Dreyer weiter.

Heim mit 131 Kubikmeter Wasser geflutet

Die Kosten für die Sanierung des Sportlerheims belaufen sich auf gut 43500 Euro. Darunter fallen Arbeiten wie die Entkernung, Abbruch, Entsorgung und auch Trocknung. "Weil ein Wasserrohr geplatzt war, haben sich die Wände gut einen halben Meter hoch mit Wasser vollgesogen", meint Ulf Dreyer. Immerhin haben Berechnungen ergeben, dass gut 131 Kubikmeter Wasser ausgelaufen seien, erzählt Dreyer. Vermutlich habe das Wasser zwar das Feuer gelöscht, doch selbst für Schäden gesorgt.

"Der Brand hat auch die Dachkonstruktion von unten her beschädigt. Die dafür notwendige Erneuerung ist aber schon abgeschlossen, so dass es jetzt im Inneren weitergehen kann", nennt Ulf Dreyer den weiteren Sanierungsfahrplan. Trockenbau, Maler-, Maurer- und Putzarbeiten sind noch zu erledigen, auch Arbeiten an der Sanitär- und der Elektroanlage stehen aus. Und auch das Inventar muss erneuert werden.

"Wir hoffen, dass wir bis April durch sind", zeigt sich der Verwaltungsmitarbeiter optimistisch. Das hofft auch Blau-Gelb-Chef Uwe Grothe: "Wir haben zwar keine Fußballmannschaft mehr, die aktiv am Punktspielbetrieb teilnimmt. Aber unsere Alten Herren spielen noch regelmäßig, und ihre ,Rückrunde` startet im April."

Wie die Oldies dann allerdings ihre Spiele bestreiten können, das steht momentan noch in den Sternen. "Es ist ja nicht nur das Mobiliar im Sportlerheim vernichtet worden. Auch Spielbälle und einige komplette Trikotsätze sind den Flammen zum Opfer gefallen", berichtet Grothe. "Einen weiteren Trikotsatz hatten die Spieler aber glücklicherweise mit nach Hause genommen."

Verein braucht Inventar, Trikots und Bälle

Daher bittet der Sportvereinsvorsitzende um Unterstützung. "Wer noch Inventar wie einen Schrank, Tische oder Stühle entbehren kann - wir können es gut gebrauchen", macht er deutlich. Ebenso besteht Bedarf an Spielbekleidung und Utensilien für den Spiel- und Trainingsbetrieb wie Bälle und Ballnetze. "Wer uns helfen möchte, kann sich bei Dietmar Kruse unter Telefon 039052/980417 oder bei Frank Latussek unter Telefon 0162/2988910 melden", nennt Uwe Grothe die Ansprechpartner des Vereins.

Doch nicht alles Inventar im Sportlerheim ist ausschließlich ein Raub der Flammen geworden. Denn was von Wert, aber nicht niet- und nagelfest war, das haben die Einbrecher eingesackt. Auf der Liste, die von der Stadtverwaltung an die Versicherung gemeldet wurde, finden sich ein Hochdruckreiniger, ein Rasenmäher, eine Bohrmaschine, ein Akkuschrauber und eine Stereoanlage. Selbst den Kompressor, mit dem Luft auf die Bälle gepumpt wird, haben die Langfinger mitgehen lassen.