Die Evangelische Sekundarschule Haldensleben und der DRK-Kreisverband Börde sind Partner geworden. Die Schule bildet im Rahmen des Sportunterrichts Rettungsschwimmer aus, das Deutsche Rote Kreuz versorgt die Schüler mit Lehrmaterial und erlässt ihnen die sonst üblichen Prüfungsgebühren.

Haldensleben l Britta Meyer ist nicht nur Lehrerin an der Evangelischen Sekundarschule Haldensleben, Britta Meyer ist auch mit Leib und Seele Rettungsschwimmerin. Vor zwei Jahren hat sie beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) sogar ihren Lehrschein gemacht und darf seitdem angehende Rettungsschwimmer ausbilden.

"Das Ertrinken ist deutschlandweit die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen", weiß die Lehrerin. Aus diesem Grund hat sie sich an ihrer Schule dafür stark gemacht, im Rahmen des Sportunterrichts auch das Schwimmen als festen Bestandteil des Lehrplans einzuführen. "Schwimmunterricht ist nur an den Grundschulen fest vorgeschrieben. Später nicht mehr", bedauert sie und schaut ein wenig besorgt zum Schwimmbecken im Haldensleber Rollibad. Dort tummeln sich gerade einige Neuntklässler im Wasser. "Naja, sie können sich über Wasser halten. Aber richtig schwimmen, das sieht anders aus", sieht Mandy Oelke vom DRK-Kreisverband Börde noch deutlichen "Trainingsbedarf".

Die Schulleiterin ist von Idee begeistert

Genau deshalb möchte Britta Meyer ihre Schützlinge fit machen für das nasse Element. Und sie geht noch einen Schritt weiter: Nicht nur Schwimmunterricht möchte sie geben, sondern die Jugendlichen auch als Rettungsschwimmer für die Wasserwacht, die zum DRK gehört, gewinnen. Bei Schulleiterin Pia Kampelmann lief sie mit dieser Idee offene Türen ein. "Sie musste nicht lange überredet werden, sondern war schnell überzeugt von meiner Idee", freut sich die Lehrerin über den Rückhalt aus der "Chefetage".

Auch der DRK-Kreisverband war von dem Vorhaben so begeistert, dass er mit der Schule eine Kooperation einging. "Wir stellen den Schülern das Lehrmaterial kostenfrei zu Verfügung und erheben weder Lehrgangs- noch Prüfungsgebühren", erklärt Mandy Oelke. "Schließlich suchen wir ständig Rettungsschwimmer-Nachwuchs." Derzeit hat die Wasserwacht Börde, die noch einmal in die Wasserwachten Haldensleben und Oschersleben unterteilt ist, 318 Mitglieder. "Davon sind gut die Hälfte Kinder und Jugendliche", so Mandy Oelke. Normalerweise sind für solch eine Ausbildung 50 Euro Lehrgangsgebühr inklusive Material und Eintritt ins Rollibad sowie der Jahresbeitrag für die DRK-Mitgliedschaft - 40 Euro Jugendliche und 70 Euro Erwachsene - zu entrichten.

Neben Praxis auch Ausbildung in der Theorie

Für die Schüler der 9. Klasse der Evangelischen Sekundarschule bedeutet dieser Kooperationsvertrag, dass sie im Sportunterricht auch Theorie büffeln müssen. "Mindestens acht Stunden sind notwendig", erklärt Britta Meyer. Dazu kommt dann noch die praktische Ausbildung. "Das ist schon nicht so einfach", sagt sie. Verschiedene Abschlepptechniken und der Umgang mit Rettungsmitteln werden direkt im Wasser geübt. "Auch Bekleidungsschwimmen gehört dazu. So bekommen die Schüler mal ein ganz anderes Gefühl vom Schwimmen, wenn sie mit voller Montur ins Wasser müssen", meint Britta Meyer. Und auch eine Ausbildung in Erster Hilfe bekommen die Jugendlichen.

Die Kooperation ist zunächst nur auf das laufende Schuljahr beschränkt. Einer Fortführung steht der DRK-Kreisverband Börde jedoch offen gegenüber. "Nachhaltigkeit sollte schon sein", betont Vorstandsvorsitzender Ralf Kürbis. Zudem ist die Evangelische Sekundarschule Haldensleben die einzige Schule, mit der das DRK in Sachen Rettungsschwimmer zusammenarbeitet. "Es ist das erste Mal, dass wir solch ein Projekt mit einer Schule haben. Aber vielleicht macht es ja weiter Schule", hofft Mandy Oelke. Interessierte Schulen können sich jederzeit beim DRK-Kreisverband in Haldensleben melden.

DRK-Kreisverband Börde, Maschenpromenade 22 in Haldensleben, Telefon 03904/72 50 70, Fax 03904/725 07 20, E-Mail: info@drk-boerde.de, Internet www.drk-ohrekreis.de.