Haldensleben l Reinhard Schreiber hat sich entschlossen, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, und zwar als Einzelkandidat. Vor zwei Jahren hatte der Althaldensleber, der seit 1982 CDU-Mitglied ist, den Vorsitz im Stadtverband übernommen. Gerade hat er von seiner Partei eine Urkunde für 35 Jahre Mitgliedschaft bekommen. Ihm war es ein besonderes Anliegen, sich für die Verjüngung seiner Partei einzusetzen. Mit seinem Stellvertreter Thomas Seelmann, mit dem er aus seiner Sicht sehr gut zusammengearbeitet hat, hat er dabei auch Erfolge erreicht.

In der jüngsten Versammlung des CDU-Stadtverbands hat er nun jedoch den Vorsitz aus persönlichen Gründen abgegeben. Für die Partei aber will er sich weiter engagieren, auch in der Kommunalpolitik.

Seit dem vergangenen Jahr ist der 60-jährige Diplom-Sportlehrer Mitglied des Stadtrats. Er sieht sich aber schon länger als praktizierender Kommunalpolitiker, denn er hat sich bereits vorher in seinem Heimatstadtteil Althaldensleben engagiert. Hier hat er beispielsweise 2011 das Begegnungstreffen "Olln lebt" begründet, um die Vereine und Institutionen wieder enger zusammenrücken zu lassen. Zuvor hatte der ISV allein ohne finanzielle städtische Hilfe die Verantwortung über den Sportplatz an der Lindenallee übernommen. In diesem Jahr - am 8. August - findet dieses Fest zum fünften Mal statt.

Schreiber war im November im Ortsverband der CDU neben Katja Schmidt und Henning Konrad Otto angetreten, als der CDU-Kandidat für die Wahl des neuen Haldensleber Bürgermeisters gekürt werden sollte. Dabei unterlag er wie auch Katja Schmidt dem parteilosen Otto. Er hat sich nun entschlossen, als Einzelkandidat anzutreten.

"Ich habe zwar keine Verwaltungserfahrung, sehe das aber nicht als Nachteil", versichert er. "Ich sehe Kommunalpolitik als Teamarbeit an. Der Bürgermeister allein kann gar nichts. Wenn man aus dem Sport kommt, weiß man, was Teamarbeit bedeutet." Da müsse man sich verlassen können auf die Mitarbeiter im Haus, auf den Dezernenten und natürlich könne man immer dazulernen. Das steht für ihn ohne Frage.

Reinhard Schreiber will Wir-Gefühl schaffen, setzt auf Bürgernähe. "Allein schafft es keiner." Er habe soziale Kompetenz und werde über alle Altersschichten akzeptiert, erläutert er. Seit 1979 fördert er junge Talente im Fußball, hat im Sport mit allen Altersgruppen zu tun bis hin zu den Alten Herren. In seiner beruflichen Tätigkeit hat er Erfahrungen in der freien Wirtschaft gesammelt, besonders mit mittelständischen Firmen. Das könne ihm zugute kommen bei der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

"Ich will authentisch bleiben", sagt er, er wolle sich nicht verbiegen, eher das Gespräch suchen als bodenständiger Haldensleber.